Offenbach weit über dem Landeswert

Mehr Landschaft unter Schutz

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Im Frühling zeigen sich die schutzwürdigen Landschaftsteile Offenbachs von ihrer schönsten Seite – hier die Bieberaue.

Offenbach - Mit ihrer gesetzlich geschützten Landschaft liegt die Stadt Offenbach weit über dem Landesmittelwert: Hessens Fläche ist zu 9,8 Prozent Landschaftsschutzgebiet – im Bundesvergleich weit abgeschlagen und unter dem Durchschnitt von 29,8 Prozent.

Da können sich die 39 Prozent von Offenbach schon sehen lassen. In diesen Tagen ist die Landschaftsschutzfläche der Stadt zudem gewachsen. 130 Hektar sind hinzugekommen, wodurch jetzt 1774 von 4500 Hektar den besonderen Status genießen. Zu verdanken ist das einem formalen Akt – der in nur drei Monaten vom Regierungspräsidium (RP) durchgezogenen Novellierung des Landschaftsschutzgebiets „Stadt Offenbach am Main“. Die kurze Verfahrensdauer sei der intensiven und guten Zusammenarbeit zwischen dem Magistrat und seiner Behörde zu verdanken, lobt RP Johannes Baron. Die alte Verordnung von 1980 entsprach nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Bei der Überarbeitung wurden der Text modernisiert und die bisherigen Abgrenzungen auf aktuelle digitale Kartengrundlagen umgestellt. Dabei wurden den Kriterien entsprechende, aber noch nicht berücksichtigte Flächen in Rumpenheim und Bürgel neu aufgenommen.

Stichwort: „Landschaftsbild“

Der Schutz gilt landwirtschaftlich genutzten Flächen, gewässerbegleitenden Auen, Wald, und anderen Freiflächen wie Parks. Dabei steht die Sicherung der Flächen für die Erholung der Bevölkerung im Vordergrund. Laut RP soll das „begrenzte Naturraumpotenzial Offenbachs quantitativ und qualitativ gegenüber dem steigenden Bedarf an Flächen für Siedlung, Gewerbe, Industrie und Verkehr gestärkt werden“. Besonders soll verhindert werden, dass die neuen integrierten landwirtschaftlichen Flächen besiedelt, mit Gewerbe bebaut oder in Verkehrswege umgewandelt werden. Ein Stichwort ist das „Landschaftsbild“, das nicht verändert werden darf; wo Grün dominiert darf etwa der Bauer keine Wiese zum Acker umgraben. Für die Menschen, die dort ihre Freizeit verbringen, ändert sich im Grunde genommen nichts. Ein Landschafts- ist kein Naturschutzgebiet (in Offenbach sind solche Biebers Erlensteg und der Schultheisweiher), das nur in geregelten Ausnahmefällen betreten werden darf.

tk

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