Atteste

Offenbach: Manche Eltern besorgt über Masken im Unterricht

Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht auf einem Tisch.
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In Kreis Offenbach mussten Schüler und Kinder aus Kitas nach Kontakt mit einer an Corona infizierten Person in Quarantäne (Symbolbild)

Mit Attest dürfen Kinder langfristig zu Hause bleiben. Allerdings nehmen das in Offenbach nur wenige Schüler in Anspruch.

Offenbach – Die Öffnung der Schulen ist eines der meistdiskutierten Themen seit Beginn der Pandemie. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Fest steht: Wegen der steigenden Infektionszahlen müssen Schüler ab der siebten Klasse weiterhin von Zuhause aus lernen. Jüngere Schüler sind im Wechselunterricht, also in halber Klassenstärke in der Schule, die andere Hälfte zu Hause, während nur die Abschlussjahrgänge vollständigen Präsenzunterricht haben.

„Auch in der Corona-Pandemie unterliegen alle Schülerinnen und Schüler der Schulpflicht“, stellt Susanne Meißner, Leiterin des Staatlichen Schulamts Offenbach, klar. Anders jedoch verhält es sich mit der Präsenzpflicht. „Da gelten die Regelungen aus dem Hygieneplan 7.0 des Hessischen Kultusministeriums.“ Bedeutet: In bestimmten Fällen können Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben.

Schulen in Offenbach: Außnahmen vom Präsenzunterricht möglich

Das betrifft vor allem diejenigen, die aufgrund einer individuellen ärztlichen Bewertung im Falle einer Erkrankung dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt sind. „Sie können zuhause, aber grundsätzlich auch im Präsenzunterricht in festen Lerngruppen beschult werden, wenn besondere Hygienemaßnahmen, insbesondere die Abstandsregelung, vorhanden sind beziehungsweise organisiert werden können“, so Meißner. Dies gilt auch, wenn Personen, mit denen Schüler in einem Hausstand leben, bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus aufgrund einer bestehenden Grunderkrankung oder Immunschwäche dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt sind.

Die Bewertung muss ein Arzt individuell vornehmen. „Es sei denn, der Schule liegt bereits ein hinreichender Nachweis des Risikos vor“, sagt die Schulamts-Chefin. Das Attest muss alle drei Monate erneuert werden, außer es ist eine dauerhafte Gefährdung bestätigt.

Wie viele Kinder und Jugendliche in Offenbach davon Gebrauch machen, dazu liegen Meißner keine Zahlen vor. „Es sind eher Einzelfälle, die in allen Schulformen vorkommen.“

Offenbacher Eltern sorgen sich um ihre Kinder – wegen der Maskenpflicht

Ein ungutes Gefühl, ihre Kinder zur Schule zu schicken, haben viele Eltern – doch nicht nur aus Sorge vor einer möglichen Corona-Ansteckung. Manche stören sich an der Maskenpflicht. Wie ein geschiedener Vater, der sich an unsere Zeitung wendet und ärgert, weil seine Ex-Frau den gemeinsamen Sohn zur Schule schickt, „wo er gezwungen ist, stundenlang Maske zu tragen“. Dabei habe er von der Schule die Genehmigung, von Zuhause aus am Unterricht teilzunehmen.

Der Vater betrachtet das dauerhafte Tragen einer medizinischen Maske für Kinder als schädlich – sowohl psychisch als auch physisch. „Das bestätigen Mediziner und Wissenschaftler anhand zahlreicher Studien.“ Eltern, die dies zuließen, trügen die Verantwortung für etwaige gesundheitliche Folgeschäden. Aufgrund seiner konkreten Nachfrage zur Haftung habe man ihm erlaubt, das Kind zuhause zu lassen.

Schulen würden nicht für die Pflichten aus den Verordnungen des Landes haften, da sie mit deren Einhalten rechtmäßig handelten, stellt die Schulamtsleiterin klar. Und eine „Masken-Aversion“ alleine sei kein ausreichender Grund, ein Kind vom Präsenzunterricht fernzuhalten. „Das geht nur mit einem ärztlichen Attest, das eine medizinische Begründung abgibt.“

Impfungen als einziger Weg aus der Corona-Pandemie

Hoffnung, dass sich die Lage ein wenig entspannt, legen Beschäftigte an Schulen in die Impfungen. Impfwilligem Personal an Grund- und Förderschulen wurden in den vergangenen Wochen Angebote in den Impfzentren in Stadt und Kreis unterbreitet, für dieses Wochenende ist eine groß angelegte Impfaktion geplant, ähnlich wie kürzlich bei der Ärzteschaft. Wegen des Aussetzens der Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca herrschte einige Tage Ungewissheit. Da er wieder eingesetzt werden darf, findet die Aktion – zur Erleichterung vieler Lehrkräfte – wie geplant statt. „Trotzdem haben einige ihren Termin abgesagt, da sie jetzt Bedenken wegen des Impfstoffs haben“, bedauert Meißner. „Dabei ist Impfen der einzige Weg aus der Pandemie.“

Dem Personal war es auch möglich, sich selbstständig übers Landesportal anzumelden. Erste Impfungen sind erfolgt. Was die Beschäftigten an den Kinderbetreuungseinrichtungen anbelangt, sind auch dort die Ermittlung der Impfwilligen und die Terminvorgabe angelaufen, viele bekamen schon einen Termin.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) appelliert ans Land, die Zeit vor und in den Osterferien zu nutzen, um möglichst viel Personal an den Schulen zu impfen und ein Konzept für die regelmäßige Testung von Schülern umzusetzen. Er mahnt zudem die Gleichbehandlung an: „Auch die Kollegen und Kolleginnen an den weiterführenden Schulen müssen ein Impf-Angebot erhalten!“ (Veronika Schade)

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