Güterbahnhof in Offenbach

Nutzungspläne reifen

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Das neun Hektar große Gelände des Güterbahnhofs sollte nach den Vorstellungen des Eigentümers nur zusammen mit dem Clariant-Areal entwickelt werden.

Offenbach - Aus dem einst angedachten großen Wurf für den Offenbacher Güterbahnhof ist nichts geworden. „Zum Glück“, sagt Dr. Elmar Schütz. Von Matthias Dahmer 

Er ist Projektentwickler beim Bahn-Ableger aurelis Real Estate und stellt beim „Immobilien-Dialog“ am Mittwoch neue Überlegungen für das nur mäßig genutzte und in die Jahre gekommene Areal vor. Sein Blick geht zunächst zurück: Als östlichster Punkt der Entwicklungsachse Kaiserlei, Zentrum und Offenbacher Osten sollten nach Plänen aus dem Jahre 2003 rund um einen künftigen neuen Hauptbahnhof 150.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbflächen inklusive eines 90 Meter hohen Turms entstehen. „Damals ist man wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen“, formuliert Schütz. Sein Arbeitgeber aurelis, damals erst gegründet, beschäftige sich schon länger mit dem rund neun Hektar großen Areal, bei dem kein „Verwertungsdruck“ bestehe.

Bei der künftigen Entwicklung erwartet Schütz von der Stadt, dass der Güterbahnhof zusammen mit dem nur wenige hundert Meter entfernten Clariant-Gelände gedacht wird, das ebenfalls einer neuen Nutzung harrt. „Die beiden Areale werden die Struktur des Offenbacher Ostens bestimmen“, so Schütz. Was die Nutzung des 900 Meter langen und 200 Meter breiten Streifens Güterbahnhof angeht, stehe man vor Schwierigkeiten: Reine Wohnbebauung sei planungsrechtlich problematisch und wohl auch nicht erwünscht. Klassisches Gewerbe, etwa ein Logistik-Unternehmen, habe wegen unzumutbarem Verkehrsaufkommen ebenfalls keine Chance. Und Büro-Neubauten würden sich nicht rechnen.

Projektentwickler aurelis setzt deshalb mit dem Rückenwind des Offenbacher Masterplans auf kleinteiliges, internetbasiertes und emissionsarmes Gewerbe. Nach Aufstellung eines Rahmenplans soll ein vom „Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI“ geförderter studentischer Wettbewerb für die gewerbliche Zukunft des Güterbahnhofs ausgelobt werden. „Vielleicht können wir auch Wohnen beimischen“, hofft Elmar Schütz. Die Umsetzung der Pläne ist ab 2018 angepeilt. Offenbachs Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger sieht die Überlegungen mit Wohlwollen, korrigiert aber in einem Punkt: Dass sich dort zulässige Büro-Neubauten nicht rechneten, sei keineswegs sicher. Die Preise im städtischen Flächenreport, die Schütz zugrunde gelegt habe, bildeten nur den Bestand ab. Für Neubauten seien höhere Mieten zu erzielen.

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