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OB-Wahl 2023 in Darmstadt: SPD-Vorstand für Hanno Benz

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Von: Jens Joachim

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Bereit: Hanno Benz, der 23 Jahre lang Vorsitzender des SPD-Ortsverbands Arheilgen war, will für die SPD bei der Oberbürgermeistertwahl am 19. März 2023 antreten.
Bereit: Hanno Benz, der 23 Jahre lang Vorsitzender des SPD-Ortsverbands Arheilgen war, will für die SPD bei der Oberbürgermeistertwahl am 19. März 2023 antreten. © Rolf Oeser

Der Sohn des früheren Oberbürgermeisters Peter Benz will Amtsinhaber Jochen Partsch nachfolgen. Parteichef Tim Huß hatte dem Unterbezirksvorstand Benz als Kandidat vorgeschlagen.

Dramstadt – Der frühere Partei- und Fraktionsvorsitzende Hanno Benz soll Kandidat der Darmstädter SPD für die Oberbürgermeisterwahl am 19. März 2023 werden. Der SPD-Unterbezirksvorstand ist nach Informationen der Frankfurter Rundschau am Montagabend mit großer Mehrheit dem Vorschlag des Parteivorsitzenden Tim Huß gefolgt und hat den 50-jährigen Benz als Kandidaten für die Direktwahl nominiert. Benz soll an diesem Dienstagvormittag, 13. September, auf einer Pressekonferenz von Pateichef Huß und der SPD-Fraktionsvorsitzenden Anne Marquardt vorgestellt werden.

Während eines Parteitags im Alten Schalthaus in der Waldkolonie soll Benz dann am 28. September offiziell als Bewerber für die Nachfolge von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) nominiert werden. Partsch hatte Anfang Mai, fünf Tage nach seinem 60. Geburtstag angekündigt, bei der nächsten OB-Wahl nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.

Hanno Benz, der Sohn des ersten direkt gewählten Oberbürgermeister Peter Benz (SPD), der von 1993 bis 2005 an der Spitze des Magistrats stand, hatte am Freitagabend nach 23 Jahren nicht mehr als Vorsitzender der SPD im Darmstädter Stadtteil Arheilgen kandidiert.

OB-Wahl 2023 in Darmstadt: Hanno Benz soll SPD-Kandidat ins Rennen gehen

Benz, der seit 1989 Mitglied der SPD ist und an der Frankfurter Goethe-Universität Germanistik und Politikwissenschaften studiert hat, war von 2001 bis 2016 der Stadtverordneter. Zehn Jahre lang stand er an der Spitze der Darmstädter SPD-Fraktion und zwei Jahre lang, von 2010 an, auch an der Spitze der Partei, die in den vergangenen drei Jahrzehnten in Darmstadt stetig an Zustimmung verloren hat.

Nach der Kommunalwahl 2016, als die SPD mit 17,2 Prozent ihre bis dahin schlechtestes Ergebnis erzielte, übernahm Benz die Verantwortung und nahm sein Stadtverordnetenmandat nicht an. Es sei „nicht gelungen, die SPD für breite Wählerschichten attraktiv zu machen“, lautete damals seine Begründung für seinen Rückzug.

SPD Darmstadt mit schlechtestem Kommunalwahlergebnis

Anfang November 2018 sorgte der Vorstand des Arheilger SPD-Ortsverein dann unter seiner Führung für einige Aufregung innerhalb der SPD, als in einem Thesenpapier zum Zustand der Darmstädter SPD konstatiert wurde, die Darmstädter SPD brauche „eine Erneuerung der Erneuerung“. Der damalige Fraktionsvorsitzende und frühere OB-Kandidat Michael Siebel wurde in dem Papier zum Rücktritt aufgefordert und dem Gros der Fraktionsmitglieder wurde zudem „Unwissenheit, Faulheit und Ignoranz“ vorgeworfen.

Bei der Kommunalwahl im Frühjahr vorigen Jahres büßte die SPD dann unter der neuen Führung von Tim Huß einen weiteren halben Prozentpunkt ein und bekam sogar nur noch 16,7 Prozent der Stimmen.

PR-Fachmann Hanno Benz soll für SPD bei OB-Wahl 2023 antreten

Nachdem Benz einige Jahre lang bei einer Unternehmensberatung für strategische Kommunikation in Berlin tätig war, ist er seit zweieinhalb Jahren Leiter Public Affairs beim Frankfurter Energieversorger Mainova. Damit verbunden ist die Pflege von politischen Kontakten sowie die strategische und kommunikative Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse.

Als erste Partei hatten die Grünen Anfang Juni den hauptamtlichen Stadtrat Michael Kolmer, der Dezernent für Klimaschutz, Umwelt, Bau und Planung sowie Mobilität ist, nominiert. Nach einem einstimmigen Votum des CDU-Kreisverbandsvorstands und der CDU-Stadtverordnetenfraktion von Mitte Juli soll der neue hauptamtliche Stadtrat und Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey bei der OB-Wahl am 19. März antreten. Und die Satire- und Spaßpartei „Die Partei“ hatte Ende Juli den Imker Mirko Steiner auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nominiert.

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