OB beharrt nicht auf den Kübel-Standorten

Bürgel - Der Protest ist auf den blauen Shirts nicht zu übersehen: „Herr Schneider, die Küwwel seh’n scheiße aus.“ Von Martin Kuhn

Das Quartett um Michael Maier, Vorsitzender von Pro Bürgel und Stadtverordneter der CDU, setzt bei der jüngsten Bürgerversammlung mit dem Verwaltungschef jedoch nicht allein optisch auf Konfrontation. Ein einvernehmliches Ende im Streit um die neuen Blumenkübel entlang Offenbacher und Rumpenheimer Straße ist nicht abzusehen.

Zur Erinnerung: Die Stadt hat im Frühjahr die ursprünglich neun Pflanzkübel durch 14 neue ersetzt. Ins Erdreich sind die Ahornbäume aufgrund der vielen Versorgungsleitungen nicht zu pflanzen. Der einziger Gegenpol zu den Kübel-Kritikern scheint Frank Mottscheller, der in einem Leserbrief formuliert hat: „Pflanzenkübel – gar nicht übel!“ Darüber kann „Mike“ Maier am Abend nicht einmal lächeln: „Dann sollen sie doch alle Kübel vor dein Geschäft stellen.“ Er ist weiterhin unzufrieden mit dem Umstand, dass zwei Parkplätze weggefallen sind: „Und wer hat die ausgemessen? Das sind alles Smart-Nischen.“ Erneut bemängelt Maier die grafische Simulation der Verwaltung, auf der eine Zustimmung von zwei Pro-Bürgel-Mitgliedern letztlich beruhte: „Die Ausführung entspricht nicht dem damaligen Bild.“

„80.000 Euro sinnvoller ausgeben“

Das tun Computer-Animationen selten, erwidert Horst Schneider, der seinen Mitarbeitern demonstrativ den Rücken stärkt. „Es gab eine grundsätzliche Zustimmung. Man kann der Verwaltung nicht vorwerfen, dass sie es auch umsetzt.“ Die Pflanzkübel seien der Versuch, mehr Grün in die Straße zu bringen. „Es gibt aber sicher andere Stellen, an denen die 80. 000 Euro sinnvoller ausgegeben wären“, kritisiert eine Bürgelerin. Ein ästhetisches Ungleichgewicht erkennt derweil die SPD-Stadtverordnete Grete Steiner: „Im Vergleich zu den Häusern sind die Kübel zu groß.“ Auch das Verhältnis von Baum und Kübel sei unpassend, heißt es aus einer anderen Ecke.

Es ist der Moment, indem Horst Schneider offenbar etwas resigniert: „Ästhetik? Das ist das K.o.-Argument für Bäume an dieser Stelle.“ Dann bekennt er, dass er nicht gegen alle Bürgeler Widerstände das sogenannte Straßenbegleitgrün dort erhalten muss: „Wenn die Kübel woanders hin sollen ... bitte. Da finden wir eine andere Stelle in der Stadt.“

Das Angebot von Horst Schneider steht jedenfalls: „Warten wir den Winter ab. In einem Jahr schauen wir uns das alles gemeinsam an.“ „Und wenn Sie dann nicht mehr Oberbürgermeister sind?“ „Dann trete ich bei Pro Bürgel ein und komme trotzdem.“

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Blumenia

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