OB Horst Schneider in der Schmiere

Bei der „großen Schwester“

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Locker in der Schmiere: Edda Rössler (links) und Effi B. Rolfs gaben Horst Schneider eine Bühne, um Offenbach vor Vertretern der Immobilienbranche zu präsentieren.

Offenbach - Horst Schneider war Gast einer Gesprächsrunde im traditionsreichen Frankfurter Kabarett „Die Schmiere“. Vor Vertretern der Immobilienbranche konnte er für seine Stadt werben. Das ließ sich der Oberbürgermeister nicht entgehen. Von Matthias Dahmer

Ein Bericht von einem launigen Abend. „Kann der nicht mal anrufen?“ „Oberbürgermeister sind so. Das ist halt eine besondere Gattung Mensch.“ Es ist kurz nach 19 Uhr am Mittwochabend. Und im Halbdunkel der Schmiere kommt langsam Hektik auf. Dabei hätten Offenbacher es gewusst: Wenn Horst Schneider einen Termin hat, kommt er mit dem Fahrrad und er kommt nicht selten zu spät. Tatsächlich, das sei zu Ehrenrettung des radelnden Verwaltungschefs gesagt, sind es dann doch nur fünf Minuten, die er das Frankfurter Publikum warten lässt. „Immo-Skandal“ heißt etwas reißerisch eine Gesprächsreihe in der Schmiere, zu deren 25. Auflage die Initiatorinnen, PR-Frau Edda Rössler und Effi B. Rolfs, Tochter von Theatergründer Rudolf Rolfs, den Offenbacher OB gebeten haben. Die Eingeladenen haben dabei in einem 30-minütigen Plausch Gelegenheit, vor Immobilienprofis für ihre Projekte und Visionen in Sachen Stadtenwicklung zu werben.

Um es vorweg zu nehmen: Horst Schneider, der nach einer verlorenen Wette schon die Treppe des Römers kehren musste, schlägt sich gut im winzigen Gewölbekeller hinter dem Theatersälchen. Sein unerschütterlicher Optimismus, der sich mittlerweile mit der komfortablen Aussicht aufs Dasein als Polit-Rentner paart, kommt an. Und wenn’s nicht um lästige Details, sondern ums große Ganze geht, den Regionalgedanken etwa, dann läuft Schneider, das weiß man, sowieso zu Höchstform auf. „So entspannt wie Sie ist noch keiner zu uns gekommen“, lobt gleich zu Beginn Edda Rössler den Gast, der sich zuvor noch schnell und fast unbemerkt das neon-gelbe Reflektorband von der Wade gestreift hat. Schnell wird klar: So mancher Immobilienmensch der „großen Schwester“ im Westen kann mit dem Namen Horst Schneider ebenso wenig anfangen wie mit Titeln: „Das ist der Bürgermeister von Offenbach, kennst du den?“ „Nö“, raunen sich zwei in der hinteren Reihe zu.

Witze über Verhältnis zwischen Offenbachern und Frankfurtern

Nach den obligatorischen Witzchen übers Verhältnis zwischen Offenbachern und Frankfurtern liefern die Damen Rössler und Rolfs dem Offenbacher Schneider, der „über die Grenze“ eingeladen wurde, regelrechte Steilvorlagen: Der darf so seine kleine Großstadt ins rechte Licht rücken, in der es alles geboten werde, „nur kein Hallenbad“. Darf für den Regionalgedanken ebenso werben wie für Masterplan und neues Hafenviertel, wo ohnehin die Hälfte der künftigen Bewohner aus Frankfurt komme. Der Sozialdemokrat in Schneider blitzt auf, als er „bei allem Respekt für den privaten Markt“ mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum auch fürs Intervenieren der öffentlichen Hand plädiert. Der OFC-Fan kommt zum Vorschein, als er das schöne Offenbacher Stadion preist und das Murrren im Publikum gekonnt kontert: „Es sind wohl Adler-Träger hier, der lahmt zur Zeit aber etwas.“

Weiter geht’s mit einem Parforce-Ritt durch die Themen RMV-Ungerechtigkeiten, Einzelhandel, Gewerbestandort und Wandel der einstigen östlichen Innenstadt. Bei letzterer, dem heutigen Mathildenviertel – ein bisschen Schönreden sei nachgesehen – spricht der OB von einem Erfolgsmodell. Bei der Frage, welche Orte er in Offenbach unbedingt empfehlen kann, nennt Schneider Wilhelmsplatz, Hafen 2 und Mainbogen. Und welche sind nicht zu empfehlen? „Da fällt mir spontan eigentlich gar nichts ein.“

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