Im Winter lediglich für Vereine und Schulen

Öffentliches Bad nur noch im Sommer

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Die Tage, an denen die Öffentlichkeit im Winter auf der Rosenhöhe schwimmen kann, sind gezählt. Wegen des Sparzwangs soll das Bad künftig nur noch im Sommer für jedermann offen sein.

Offenbach - Der städtische Sparkurs hat voraussichtlich weit reichende Folgen für das einzige Offenbacher Schwimmbad: So wird das vom EOSC betriebene Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe für die Öffentlichkeit künftig nur noch im Sommer geöffnet. Von Matthias Dahmer

Im Winter sollen lediglich EOSC-Mitglieder, Schulen und andere Vereine das Bad nutzen.

Dies und weitere Einzelheiten zur Zukunft des Bades stehen in einer umfangreichen, unserer Zeitung vorliegenden Vorlage, die der Magistrat gestern Nachmittag beschlossen hat.

Die kostensenkende Aufspaltung in ein öffentliches Sommerbad und ein Vereins- sowie Schulbad im Winter greift demnach bereits mit Beginn der Freiluftsaison. Die startet nach Schließung am 17. März und notwendiger Umbaupause am 8. April. Dann ist das Waldschwimmbad laut Magistratsvorlage täglich von 8 bis 19.30 Uhr offen, macht also zwei Stunden später auf als bisher.

Gleichzeitig werden zu diesem Zeitpunkt die Eintrittspreise in allen Kategorien um einen Euro erhöht, die Bahnmieten für fremde Vereine steigt von 15 auf 20 Euro pro Stunde.

Auch der EOSC selbst soll nach dem Willen der Stadtregierung einen finanziellen Beitrag leisten: Angedacht ist eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um fünf Euro pro Mitgliedsvariante (Einzel-, Familienmitgliedschaft etc.). Dem muss indes der Verein mit seinen derzeit etwa 2300 Mitgliedern zustimmen.

Im Gegenzug erhöht die Stadt ihren jährlichen Zuschuss fürs Bad ab 2014 von aktuell 440.000 Euro auf 493.000 Euro zuzüglich Verlustabdeckung. Weil die geplanten Kostensenkungen erst im nächsten Jahr greifen, gibt es in diesem Jahr 570.000 Euro plus eventueller Verlustabdeckung.

Zugleich werden für die notwendige Sanierung von nur im Sommer genutztem kleinem Becken und Planschbecken insgesamt 190.000 Euro in den diesjährigen städtischen Haushalt eingestellt. Der EOSC soll zu diesem Zweck auch Zuschussanträge beim Land stellen.

Weil die Magistratsvorlage weitgehend einer der Varianten entspricht, welche die EOSC-Spitze für die Stadtverwaltung ausgearbeitet hat und die von ihr offenbar dankbar angenommen wurde, kann Vereinschef Matthias Wörner mit der neuen Regelung grundsätzlich „ganz gut leben“, wie er in einer ersten Reaktion sagte. Es gelte nun, über die Details der Umsetzung dieser Vorschläge zu sprechen. Wörner weist darauf hin, dass insbesondere die geplante Beitragserhöhung von den EOSC-Mitgliedern beschlossen werden muss. Nimmt man die jüngste Jahreshauptversammlung des Vereins als Stimmungsbarometer, so ist die Bereitschaft zur Erhöhung der Beiträge wohl vorhanden.

Sportdezernent Peter Schneider betonte auf Anfrage, alle Überlegungen seien vor dem Hintergrund erfolgt, das Bad zu erhalten. Die vorgelegten Varianten hätten alle eine Erhöhung des Zuschusses vorausgesetzt. Bei der gewählten könne der künftige städtische Zuschuss zumindest annähernd an die aktuelle Zuschusshöhe angepasst werden. 493.000 Euro entsprechen rein rechnerisch dem bisherigen Zuschuss zuzüglich den 50.000 Euro, die als Personalkosten für die neu eingestellte und wegen der Haftungsfrage unabdingbare Betriebsleitung pro Halbjahr (öffentlicher Sommerbetrieb) anfallen.

Würde man beim Betrieb alles beim Alten lassen, rechnet Peter Schneider vor, müsste der Zuschuss bei derzeit jährlichen Energiekosten von bis zu 350.000 Euro auf insgesamt 668.000 Euro pro Jahr steigen.

Durch die Erhöhung von Eintrittspreisen, Bahnmiete und EOSC-Beiträgen erhofft man sich ab 2014 Mehreinnahmen von insgesamt zirka 60.000 Euro pro Jahr. Ob die die Schließung für die Öffentlichkeit im Winter zu steigenden Mitgliederzahlen beim EOSC und damit zu einem steigenden Eigenanteil des Vereins beim Badbetrieb führt, ist offen.

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