Ökostrom verbessert Klimabilanz

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Die städtischen Liegenschaften beziehen CO2-freien Strom von der Energieversorgung Offenbach. Die Partner in Sachen Klimaschutz werben jetzt für ihre Aktion. Gestern Nachmittag wurde ein 24 Meter hohes Banner am Stadthaus enthüllt.

Offenbach - (tm) Mit einer groß angelegten Werbeaktion machen die Stadt und die Energieversorgung Offenbach (EVO) auf ein Klimaschutzpaket aufmerksam, das sie gemeinsam geschnürt haben und für das in den kommenden fünf Jahren rund 50 Millionen Euro ausgegeben werden.

Bereits seit 2008 bezieht die Stadt keinen Atom- oder Kohlestrom mehr, sondern CO2-freien Strom der EVO. Der Wechsel auf Ökostrom bekommt dem Klima gut: „Jedes Jahr sparen wir rund 6000 Tonnen des schädlichen Treibhausgases“, freut sich Oberbürgermeister Horst Schneider. Dank Wasserkraft leuchteten seitdem die Lichter in Offenbachs Schulen, Kindergärten, bei der Feuerwehr oder im Rathaus umweltfreundlicher.

Unsere Klimabilanz kann sich sehen lassen“, urteilt Schneider für Stadt und EVO, und damit es keiner übersieht, werben beide Partner mit einem 24 Meter hohen und neun Meter breiten Riesenbanner am Stadthaus für den Klimaschutz. Zudem künden Plakate davon, dass die Stadt auch künftig auf Energie aus regenerativen Quellen setzen wird.

Die EVO will laut Vorstandsvorsitzendem Michael Homann den Anteil regenerativer Energien an ihrer eigenen Stromerzeugung in den kommenden fünf Jahren von derzeit zehn auf 40 Prozent steigern: „Das entspricht 135 Millionen Kilowattstunden, mit denen rund 40 000 Haushalte mit Strom versorgt werden können.“

Erreicht werden soll dieses Ziel mit vier Bausteinen

Zum einen will die EVO das Potenzial umweltschonender Fernwärme besser ausnutzen. Mit dem Bau einer Fernwärmeleitung vom Müllheizkraftwerk nach Heusenstamm wurde bereits im Juli begonnen. Zudem setzt die EVO auf den Ausbau von modernen Nahwärmenetzwerken. Mehr als 30 betreibt die EVO bereits.

Windkraft bilde den dritten Baustein des ambitionierten Klimaschutzplanes, erläuterte EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger. Dafür sei die EVO mit der Juwi-Gruppe, einem der führenden Projektentwickler von Wind- und Solaranlagen, eine Partnerschaft eingegangen. Mit rund 30 Millionen Euro sollen mehrere Windparks in Hessen realisiert werden.

Als vierten Baustein sieht Hunsänger den Energieträger Holz als regional wachsenden Rohstoff. Seit November 2007 ist die EVO an der IWO-Pellet Rhein-Main GmbH beteiligt, die im Alessa-Industriepark bereits für mehr als 400 Kunden Holzpellets produziert. In Planung sei ein eigenes großes Werk zur Herstellung von Industriepellets, das man sich 20 Millionen Euro kosten lasse. Mit dem Einsatz der Pellets ließen sich im Kraftwerk 30 000 Tonnen Kohle ersetzen, was den CO2-Ausstoß um 80 000 Tonnen im Jahr senke: „Regenerativen Energien gehört die Zukunft.“

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