CDU kritisiert Forderungen des OFC

Stundung im Lizenzantrag an den DFB?

Offenbach - Der Ruf des OFC nach städtischer Hilfe sorgt weiter für Echo: CDU-Fraktionschef Peter Freier zerpflückte gestern die Argumente von Kickers-Präsident Frank Ruhl, der am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des Vereins diese Hilfe eingefordert hatte. Von Matthias Dahmer und Jörg Moll

Zugleich sieht Freier Oberbürgermeister Horst Schneider in der Pflicht, für Klarstellung zu sorgen.

Brisanz hat die Aussage Freiers, die Kickers hätten bereits vor Wochen die – von der Stadt erst am Donnerstag öffentlich in Aussicht gestellte – Stundung beziehungsweise Reduzierung der Stadionmiete in den Lizenzantrag an den DFB geschrieben.

Ruhl wollte sich gestern dazu nicht äußern. Zu den Lizenzbedingungen gebe er grundsätzlich keine Auskunft. Dafür legte er bei seiner Forderung nach städtischer Unterstützung nach: Wenn die Politik zu langsam reagiere, sei das Aus um so näher.

„Klarstellung seitens der Stadt ist überfällig“

Horst Schneider wies darauf hin, er kenne die Lizenzierungsunterlagen der Kickers nicht, weshalb er dazu auch nichts habe sagen können, als er von der Union in einer Ausschuss-Sitzung dazu befragt worden sei.

CDU-Fraktionsvorsitzender Freier forderte Schneider auf, den Äußerungen von OFC-Präsident Ruhl öffentlich zu entgegnen. „Was Dr. Ruhl auf der Versammlung am Mittwoch in Sachen Stadion erzählte, war teilweise äußerst merkwürdig. Eine Klarstellung seitens der Stadt ist überfällig, damit kein falsches Bild in der Öffentlichkeit entsteht.“

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Unter einen DFB-Schutzschirm

Was eine solche Klarstellung betrifft, nannte Freier selbst Beispiele: So hätten die Kickers ein neues Stadion gewollt, eine Sanierung des alten wäre wirtschaftlich unsinnig und auch zu teuer gekommen. Darüber seien sich Verein und Stadt nach intensiver Diskussion einig gewesen. Freier: „Sich jetzt seitens des Vereins hinzustellen und in der Mitgliederversammlung zu behaupten, das Stadion sei den Kickers quasi aufgezwungen worden, ist starker Tobak.“

Ohne die massive finanzielle Hilfe der Stadt und des Landes wäre das Stadion nicht finanzierbar gewesen. Die Kickers seien finanziell zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen, eine Sanierung des alten Stadions oder einen Neubau zu stemmen.

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Der Mietvertrag zwischen der Stadiongesellschaft SBB und Kickers Offenbach GmbH sei einvernehmlich geschlossen worden. In den Verhandlungen sei die SBB den Kickers schon entgegengekommen. Niemand sei zu irgend etwas gezwungen worden. „Die vereinbarte Miete ist im Vergleich zu ähnlichen Stadien jetzt schon günstig“, so Freier.

Der Fraktionschef stellte abschließend klar, dass er von den Verantwortlichen der Kickers mehr erwarte als den Ruf nach der Stadt. „Ich erwarte vom OFC und seinem Präsidenten ein Sanierungskonzept, das auf mehr basiert als nur die Hilfe der Stadt. Außer warmen Worten oder Allgemeinplätzen ist da bisher aber nichts Tragfähiges erkennbar.“

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