Verluste für städtische Gesellschaft

OFC reißt SBB nicht in Insolvenz

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Offenbach - Die Kickers Profi GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das bedeutet erst einmal Zahlungsunfähigkeit. Gläubiger müssen sich auf Verluste einstellen, die Vermieterin auf das Ausbleiben der vereinbarten Miete.

Das führt zu Annahmen, dass eine OFC-Pleite Auswirkungen auf die städtische Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) haben müsse. Der Offenbacher Notar Ernst Gesser formuliert das schriftlich so: „Für einen rechtskundigen Außenstehenden ist die Pflicht für die Betreibergesellschaft, Insolvenzantrag zu stellen, spätestens mit endgültiger Verweigerung der Spiellizenz für den OFC gegeben, es sei denn, die Stadt gibt Millionen neues Eigenkapital in die Gesellschaft. “.

Für Peter Walther, Geschäftsführer sowohl der SBB als auch ihrer Mutter Stadtwerke-Holding, soll sich diese Frage jedoch nicht stellen. Er sagt: „Wir beschäftigen uns schon länger mit der Frage, was wäre, wenn der OFC keine Miete mehr bezahlen würde.“ Auf keinen Fall, so Walther, müsste wie beim Klinikum frisches Stadt-Geld fließen, um das Eigenkapital der SBB zu stärken. In deren Büchern steht das für mehr als 25 Millionen Euro erbaute Stadion mit einem Wert von nur zehn Millionen. Das entspricht der Summe, die die Stadt 2010, ermächtigt durch Stadtverordnetenbeschluss, als nachrangige Darlehen in die Teilfinanzierung steckte.

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Eine Insolvenzantragspflicht der SBB bestehe nicht, betont Walther. Die Geschäftsführung der SBB habe bereits alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, um die tatsächliche Entwicklung abwarten und –abhängig von dieser – reagieren zu können. Aktuell prüfe und verfolge die SBB eine Vielzahl alternativer Entwicklungschancen, die – falls notwendig – einen Weiterbetrieb des Stadions unabhängig vom OFC-Schicksal ermöglichten.

„Wir haben ja noch andere Einnahmen“, sagt der Stadtwerke-Chef und nennt als Beispiel die lukrative Vermietung der VIP-Räume, die im Jahr einen sechsstelligen Betrag bringt. Am vergangenen Wochenende etwa hatte die Namensgeberin Sparda-Bank Hessen Teile des Stadions für ein zweitägiges Firmen-Fußballturnier samt Familienfest gegen Entgelt gemietet.

Jetzt schon klar sei allerdings, dass der OFC als Regionalligist nicht mehr Miete wie bisher (525.000 Euro/Jahr) zahlen könne, erklärt Walther. Das sei jetzt Verhandlungssache. Die Nebenkosten, hauptsächlich für Energie, von bis zu 200.000 Euro im Jahr müsse der Verein indes selbstverständlich selbst aufbringen.

(tk)

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