Flutlichtmasten und Stadion-Kosten

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Einige Fans fragen sich, was aus den beiden Flutlichtmasten wird, wenn das neue Stadion kommt.

Offenbach - Die Pläne fürs neue Kickers-Stadion sind präsentiert - doch bleiben bei vielen Fans Fragen: zum Beispiel nach dem Verbleib der beiden Flutlichtmasten, einer Art Wahrzeichen des alten Stadions auf dem Bieberer Berg.

Pfarrer Matthias Loesch ist Kickersfan seit ewigen Zeiten. Der Geistliche richtet am Abend zweimal den dringenden Appell an die Verantwortlichen, einen, am liebsten beide Flutlichtmasten zu erhalten. Da klebt mehr als Herzblut an diesen Stahlkonstruktionen, die schon mal als „Eiffeltürme Offenbachs“ bezeichnet wurden. Den Willen zur Erhaltung bekundet Sparda-Bank-Hessen-Vorstand Jürgen Weber, schränkt jedoch ein: „Allein können wir das nicht stemmen.“

Daten und Fakten rund ums neue Stadion:

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Für die SBB legt Peter Walther Zahlen vor: „Eine Umsetzung kostet bis zu 150 000 Euro – pro Mast.“ Fakt ist: An der jetzigen Stelle können beide Masten nicht stehen bleiben, fest mit den Fundamenten im umlaufenden Erdwall verankert. Wo sie derzeit platziert sind, befinden sich im neuen Sparda-Bank-Hessen-Stadion zentrale Zugänge.

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Zudem würde das Flutlicht, an Freitag-Spieltagen sozusagen weithin sichtbarer Wegweiser durch die Nacht, nicht mehr brennen; die Masten wären ohne Funktion. Einer Spendenaktion verweigert sich Thomas Kalt nicht: „Aber wir könnten das Geld an anderer Stelle auch gut gebrauchen.“ Für die Profis wünscht er sich zwei neue Trainingsplätze. Geschätzte Kosten: eine Million Euro.

Kein Geld aus Schulsanierungsprogramm

Dem Fan ist es letztlich egal, wie sich die Finanzierung des 25 Millionen Euro teuren Stadions zusammensetzt und welche Zuschüsse fließen. Anders die Politiker. So legt Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) Wert darauf, dass die Stadt keinen Euro aus ihrem ehrgeizigen Schulsanierungsprogramm fürs Sparda-Bank-Hessen-Stadion abzweigt. Eine einfache, das verzweigte Geflecht der stadteigenen Tochterunternehmen nicht berücksichtigende Rechnung macht FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck auf: In der ersten Planung sollte das Stadion inklusive Breitensportzentrum noch 45 Millionen Euro kosten bei einem Landeszuschuss für 12 Millionen.

Das waren damals deutlich mehr Mittel aus dem so genannten Landesausgleichsstock als üblich – jedoch nicht zweckgebunden. Nun gibt’s Stadion plus Sportzentrum Wiener Ring für etwa 30 Millionen bei einem Hessenzuschuss von addiert 24 Millionen Euro – davon 10 Millionen gebunden ans Neubauprojekt. Stirböck: „Der verbliebene städtische Anteil wurde durch Verzicht auf andere Projekte eingespart – das haben wir gemeinsam geschafft. Diesen Stadionneubau können sich Stadt und Kickers im Unterschied zur ersten Planung auch leisten.“

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