Kalt setzt auf Toleranz

Offenbach  ‐ Etwas hat Oberbürgermeister Horst Schneider doch vermisst: Fangesänge. Das wäre aber des Guten zu viel gewesen. Immerhin ist das Interesse am neuen Stadion, an den Kickers und irgendwie auch an der Stadt riesengroß. Von Martin Kuhn

Mehr als tausend Gäste füllen am Mittwoch die Stadthalle, um aus erster Hand alles rund um das Sparda-Bank-Hessen-Stadion zu erfahren. Ein geduldiges Publikum macht’s zum harmonischen Abend. Zu den Anhängern gesellen sich einige Stadtverordnete.

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Der Liberale Oliver Stirböck fasst vielleicht stellvertretend für seine Parlamentskollegen seine Begeisterung fürs Stadion so zusammen: „Es hat die passende Dimension und ist very british.“ Da hat er den Ball geschickt aufgenommen, den Thomas Kalt, Geschäftsführer der OFC-Profisportgesellschaft, zuspielt: „Der Klub ist stolz auf seine Stadt.“ Grund: Nahezu hundert Prozent der Politiker haben sich zu dem Projekt und den Verein bekannt.“ Dafür gibt’s Applaus.

Erste Eindrücke vom neuen Stadion:

So sieht das neue Stadion aus

Im Laufe des Abends wird nochmals detailliert geschildert und flammend appelliert. Es geht um eine gemeinsame Sache – den Neu-Umbau, wie Horst Schneider das Projekt mittlerweile bezeichnet, das bis zum August 2012 auf dem Bieberer Berg realisiert wird. Das ist ein neues Vier-Tribünen-Stadion.

Für Oberbürgermeister Horst Schneider ist der unerwartet große Zuspruch ein wichtiges Signal in diesem „mit viel Geduld behafteten Prozess“.

Der stramme Zeitplan überrascht manchen. Im übernächsten Sommer soll das Stadion stehen. Dr. Heiner Perschers vom Institut für Sportstättenberatung, den die Offenbacher als Profi mit an den Verhandlungstisch geholt haben, sagt: „Dank vorgefertigter Betonteile ist das kein Problem.“ Um alle Unkenrufe verstummen zu lassen: Die Fundamente sind für weitere Ausbaustufen berechnet und ausgelegt. Trotz akribischer Vorarbeit werden Abriss und Neubau zu einem „Toleranz-Test“, so Thomas Kalt. Das fortwährende Umbuchen von Sitzplätzen sieht er noch als das geringste Problem. Gravierender: Am Bieberer Berg stehen zwar in jeder Bauphase gut 12.000 Plätze zur Verfügung, „aber in der entscheidenden Aufstiegsphase spielen wir auf einer Baustelle“. Die Kickers hatten zu Saisonbeginn mit ein paar tausend Zuschauern mehr kalkuliert.

Rubriklistenbild: © Georg

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