„Ein ganz besonderer Ort“

OFC-Legenden erinnern sich

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Faszination Bieberer Berg. Die Kickers haben in diesem Stadion einige denkwürdige Partien absolviert. Spieler aus den großen Zeiten der Kickers erinnern sich.

Hermann Nuber (Offenbachs Fußball-Idol): „Der Bieberer Berg ist einmalig. Zu meiner Zeit gab es wenige Parkplätze, da sind die Massen die Bieberer Straße hochgelaufen zum Stadion. Das war schon faszinierend. Die Fans standen und saßen dann ganz dicht am Spielfeldrand. Wenn die richtigen Spieler auf dem Platz standen, die wussten, wie sie sich hier in Offenbach verkaufen müssten, die diese kämpferischen Tugenden verinnerlicht hatten, dann hat das Flutlicht gefühlt Tag und Nacht gebrannt. Das legendärste Spiel in diesem Stadion war für mich das 4:3 im Jahr 1974 gegen Borussia Mönchengladbach, als Erwin Kostedde das Tor des Jahres erzielt hat. Ich habe auch das eine oder andere schöne Spiel mitgemacht (lacht), denke dabei unter anderem an das 2:1 in der erfolgreichen Bundesliga-Aufstiegsrunde 1968 gegen Bayer Leverkusen, als ich nach dem Rückstand das 1:1 erzielt habe. Gerd Becker hat dann in der letzten Minute vor 30.000 Fans das Siegtor gemacht. Das Tor zur Bundesliga stand weit offen – und wir haben es dann tatsächlich erstmals reingeschafft.

Freddy Schultheis (Verteidiger der Kickers in den goldenen 50er Jahren): „Viele andere Vereine in Deutschland hatten Stadien mit Laufbahn. Wir hatten keine auf dem Bieberer Berg. Bei uns war alles eng, das Publikum ganz dicht dran. Es war wie in England, wo wir unter Trainer Paul Oßwald Ende der 1950er Jahre das eine oder andere Freundschaftsspiel absolviert hatten. Ich fand das klasse – und ich gehe noch immer gern ins Stadion auf den Bieberer Berg zum OFC. Hoffentlich ist das bald wieder möglich.“

Siggi Held (von 1963 bis 1965 und 1971 bis 1977 beim OFC, Offenbachs Rekord-Bundesligaspieler mit 133 Einsätzen): Ich bin natürlich hier zuhause in Dortmund unser großes Stadion gewöhnt, habe aber auch sehr gute Erinnerungen an den Bieberer Berg. Zu meiner Zeit in den 1970er Jahren war die Stimmung immer klasse in diesem kleinen, engen und reinen Fußballstadion. Damals gingen noch 30.000 Fans hinein, also weitaus mehr als heute.“

Walter Krause (Torjäger der Kickers zu Zweitligazeiten in den 1970er und 1980er Jahren): „Der Bieberer Berg war als reines Fußballstadion ohne Laufbahn ein besonderer Ort. Das galt zu meiner Zeit auch für die Stadien in Gladbach und Dortmund. Das Publikum war nah dran am Geschehen, das bekommst du als Spieler mit, auch wenn du total auf die Partie fokussiert bist. Diese große Begeisterung der Fans merkt man hingegen erst, wenn man raus ist aus diesem Tunnel und selbst auf der Tribüne sitzt.“             

Holger Appel

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