Nur wenig Greifbares

OFC kämpft ums Überleben: Wirtschaftlich und sportlich

Offenbach - Der OFC kämpft ums Überleben – wirtschaftlich und sportlich. Für viele Offenbacher ist das eigentlich nichts Neues. Neu ist hingegen, dass sich ein Kickers-Präsident eher fordernd an die Lokalpolitik wendet. Von Martin Kuhn

Um die Position des Vereins zu erläutern, hatte Dr. Frank Ruhl die lokalen Fraktionsspitzen zum Gespräch geladen – ergebnisoffen. Mehr steht wohl nicht und war auch nicht zu erwarten, „da es sich lediglich um ein Informationsgespräch handelte“, hieß es am Wochenende unisono von den beteiligten Politikern.

Konstruktive Gespräche mit dem OFC, die jedoch wenig Greifbares brachten. Die Offenbacher Fraktionsvorsitzende Susanne Schmitt.

Viel mehr war es nach Auffassung des CDU-Fraktionschefs Peter Freier auch nicht, der bereits im Vorfeld öffentlich von den Kickers mehr „als nur den Ruf nach der Stadt“ erwartet hatte. Freier machte unmissverständlich klar: „Das Stadtparlament hat da nichts zu entscheiden.“ Damit spielt er auf die mehr oder weniger deutliche Forderung des OFC an, die jährliche Stadionmiete in Höhe von 525.000 Euro zu reduzieren oder zu stunden. „Das betrifft allein die SBB und den Magistrat als Gesellschafter; wir haben diese Verhandlungen nicht zu führen.“

„Deutliche Unterschiede“

Peter Freier

Peter Freier zeigte sich verwundert, dass Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) als Sportzdezernent kurzfristig vor dem anberaumten Treffen mit Ruhl den Parlamentariern die Position der Stadt darlegte. Da gebe es „deutliche Unterschiede“, sagte Freier, ohne in Details zu gehen. Er vermisst weiter eine „klare Aussage von Oberbürgermeister und Kämmerer Horst Schneider zur Position der Stadt. „Er hält sich schon lange genug raus.“

Oliver Stirböck

In die gleiche Richtung zielt FDP-Fraktionsvorsitzer Oliver Stirböck: „Es gibt leider keine abgestimmte Position der Offenbacher Politik. Darum hat sich der Magistrat auch nicht bemüht.“ Es herrsche der Eindruck, dass Magistrat und Koalition keinen gemeinsamen Plan haben, wie es weitergehen soll. Das Gespräch mit dem Bürgermeister bezeichnet er als unbefriedigend, „da detaillierte Zahlen nicht vorgelegt wurden“. Für die FDP braucht es eine langfristige Lösung, die sicherstellt, „dass die Stadt finanziell möglichst mit einem blauen Auge davon kommt. Das wird aber nicht der Fall sein, wenn der Hauptmieter ausfällt“. Ein neues Stadion, in dem nur noch Gras wächst, wäre aus Steuerzahlersicht nicht akzeptabel. Der Liberale wird dann doch etwas deutlicher: „Der Vertrag beinhaltet ligaunabhängige Mietzahlungen. Das ist jedenfalls weder allgemein marktüblich, noch realistisch. Es ist ein Konstruktionsfehler.“

Oppositionelle Attacke

Andreas Schneider

Diese oppositionelle Attacke fehlt naturgemäß bei den Koalitionären. Nüchtern formuliert für die Grünen Fraktionsvorsitzende Susanne Schmitt: „Man ist sich weder näher gekommen, noch sind die Fronten verhärtet.“ Im Übrigen gebe es Lösungen, „die zwischen einer unzulässigen und unangebrachten kommunalen Finanzierung des Profisports und einer leer stehenden Sonderimmobilie liegen“. Diese seien jedoch an anderer Stelle zu diskutieren.

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SPD-Fraktionschef Andreas Schneider eher diplomatisch: „Möge es gelingen, die Interessen von OFC und Stadt in den kommenden Tagen etwas heranzuführen.“ Es klingt jedoch durch, dass es keine finanzielle Zugeständnisse der Stadt oder ihrer Tochtergesellschaften geben könnte: „Rechtliche finanzielle Verordnungen werden sich, wenn keine belastbaren Vorgaben kommen (durch das Regierungspräsidium, Anm. der Red.), vermutlich nicht aushebeln lassen.“ Und dann wurde Dr. Ruhl wohl noch mit auf den Weg gegeben, dass man seine öffentlichen Vorwürfe an die LokalPolitik als „nicht fair“ und „nicht hilfreich“ empfindet...

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