OFC-Stadion nimmt form an: Herzog kokettiert mit DFB

Offenbach - Andreas Herzog atmet durch: „Die Premiere ist gelungen.“ Mal ehrlich. Bei aller Euphorie kann der Betriebsleiter der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) nicht das Spiel gegen den Chemnitzer Fußballclub meinen. Von Martin Kuhn

Macht Herzog auch nicht, der selbst fußballerisch („Ich bin Rechtsfuß!“) nichts mit dem gleichnamigen österreichischen Nationalkicker zu tun hat. Sein Augenmerk richtet sich eher aufs Stadion, das er in seiner Position zu vermarkten hat. Und da blickt Herzog frohgemut nach vorn - in diesem Fall auch fußballerisch. Schließlich haben sich Südamerikaner angesagt für den 14. August.

Mit dem U21-Länderspiel zwischen Deutschland und Argentinien wartet an diesem Tag - Anstoß ist noch nicht festgelegt - ein echtes Schmankerl auf die Fans. Das Team von DFB-Trainer Rainer Adrion mit Bundesliga-Jungstars wie Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Lewis Holtby (Schalke 04) oder Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach) trifft auf den Nachwuchs aus Übersee. „Eine tolle Sache“, sagt Herzog. Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Sparda-Bank-Hessen-Stadion definitiv fertig sein – mit vier Tribünen, einer Kapazität von 20.500 Zuschauern, zehn Logen und einem exklusiven Business-Bereich. Dieser hat den Testlauf während der Wochenend-Partie gegen die Sachsen bestanden: „Wir hatten durchweg eine positive Resonanz“, freut sich SBB-Sprecherin Regina Preis, „obwohl noch einige Details fehlen.“

120 Logen und 800 Business-Plätze

Gut 900 Anhänger (120 Logen-, 800 Business-Plätze)  finden in den beiden Flügeln im Obergeschoss der Haupttribüne Platz. Die Architekten setzen auf pflegeleichten Kunststoffbelag in Parkett-Optik, weiße Wände, schwarze Decken mit teils offenliegenden Versorgungsleitungen. „Rustikal aber gemütlich“, so Herzig. Die einheitliche Bestuhlung ist in Grau gehalten, der Stadionname dezent in die Rückenlehne eingenäht; die bislang provisorischen Theken werden noch durch fest eingebaute ersetzt. Das ist alles drin im 25-Millionen-Euro-Etat.

Im Zentrum: Zehn Logen (mittlerweile alle vermietet) mit je gut 20 Quadratmeter Grundfläche, die individuell zu gestalten sind. Das wird nicht von der Stadtwerke-Tochter SBB bezahlt. Im Fachjargon heißt das: erweiterter Rohbau. Der Clou: Mit zwei, drei Schritten sind die Gäste direkt auf der Haupttribüne und nicht - wie in anderen Stadien üblich - nochmals baulich abgegrenzt von den restlichen Sitzplätzen; frei nach dem DSF-Motto „Mittendrin statt nur dabei“.

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Es ist eines der Alleinstellungsmerkmale des Offenbacher Stadions - neben der Tatsache, dass im Neubau die Gegengerade weiter für Stehplätze vorbehalten ist. „Das kennt man so nirgends“, sagt Herzog, der reichlich Erfahrung hat. Fünf Jahre war er im Bereich Eventmanagement unter anderem für die Allianz-Arena und die Stiftung Deutsche Sporthilfe verantwortlich. Er sieht für den OFC und die Stadt mit dem neuen Stadion („Das hat einfach Charakter“) eine Riesenchance.

Das möchte er im August auch den DFB-Verantwortlichen vor Augen führen, die es von der Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise nicht weit haben an den Bieberer Berg. „Das Länderspiel stärkt den Fußball-Standort Offenbach“, ist der Diplomlogistiker sicher. „Ich bin froh, dass wir ausgewählt wurden.“ Bis zu diesem Zeitpunkt sollte auch die Schulung für die Anzeigetafel beendet sein...

Rubriklistenbild: © Georg

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