Kickers-Präsident erneuert Appell an Stadt

Ruhl: 50 Prozent von X oder 100 von 0

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Frank Ruhl fordert die Unterstützung der Stadt für den OFC.

Offenbach - Es war eine der provokantesten Aussagen in der knapp einstündigen Ausführung Dr. Frank Ruhls zur finanziellen Lage der Profifußball-GmbH auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Offenbacher Kickers. Von Jörg Moll

„Aufsichtsrats- und Verwaltungsratssitzungen waren eine Veranstaltung von Ahnungslosen“, meinte der OFC-Präsident. Das aber habe weniger an den Gremiumsmitgliedern, sondern am mangelnden Informationsfluss der alten Geschäftsführung unter Thomas Kalt und seinem Kurzzeit-Nachfolger Jörg Hambückers gelegen.

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„Selbst den Jahresabschluss haben sie nicht vorgelegt bekommen“, so Ruhl. Umso mehr ärgert den neuen Präsidenten der Kickers der Einfluss, den das eigentliche Kontrollgremium laut Satzung hat. „Ich bin als Präsident für nichts verantwortlich“, so Ruhl: „Es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, dass der Aufsichtsrat eine Art Nebengeschäftsführer ist.“

Ruhl fordert daher im Zuge der Neuaufstellung des Vereins auch eine Neujustierung der Aufgaben und Zuständigkeiten der Gremien. Zustimmung erhält er vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Siebert, der eine Nivellierung ebenfalls als nötig erachtet. In Arbeitsgruppen soll nun die juristische Vorarbeit geleistet werden. „Wir werden das im Konsens vereinbaren“, so Ruhl.

Seinen Appell an die Stadt, bei der Bewältigung der finanziellen Probleme einen Beitrag durch eine Anpassung der Stadionkosten nach unten zu leisten, erneuerte der OFC-Präsident. „Ich hätte die gleichen Aussagen getroffen, wenn der Oberbürgermeister und der Bürgermeister vor Ort gewesen wären“, sagte er mit Blick auf die Abwesenheit von Horst Schneider (SPD) und Peter Schneider (Grüne). „Die Frage, die sich alle stellen müssen, ist doch diese: Bekomme ich 50 Prozent von Summe X oder 100 Prozent von null?“, sagt Ruhl. 100 Prozent von null bekäme die Stadt bei einer Insolvenz der Kickers und einem Zwangsabstieg.

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