Im Drogenkarussell günstig eingekauft

25-jährigem Türken droht die Abschiebung

Offenbach - In der Türkei geboren, in Bayern daheim, in Dietzenbach geschäftlich unterwegs, in Offenbach vor Gericht, jetzt in einem deutschen Gefängnis: Zu zwei Jahren und zehn Monaten wegen Rauschgifthandels verurteilte Richter Manfred einen mehrfach vorbestraften 25-Jährigen.

Bayerische Behörden prüfen zudem intensiv, ob der Mann abgeschoben werden kann. Seit seinem 13. Lebensjahr sei der Angeklagte „ständig am Kiffen“, erfuhr das Schöffengericht; an eine Berufstätigkeit habe er nie gedacht, für eine Ausbildung fehlte dem schon in der Grundschule auffälligen jungen Menschen der Hauptschulabschluss. Seine alleinerziehende Mutter habe ihm wohl keine Grenzen gesetzt, vermutet Richter Beck. Geld verdiente er mit Drogen. Geschnappt wurde er, weil er sich in Dietzenbach mit Ware eindeckte. 2013 hat er dort mindestens viermal 100 Gramm Haschisch und etwas Kokain erworben.

Länderübergreifendes Dealen lohnt sich offenbar: Weil man im strengen Bayern ab 100 Gramm länger in den Knast muss, ist Stoff dort deutlich teurer als in Hessen. Vor Gericht sagte der Rauschgifthändler, das Spessartviertel in Dietzenbach sei „ein riesiges Drogenkarussell“. Man könne dort alles bekommen, was man sich wünsche; „die Chefs“ hätten dicke Autos.

Leid und Tod durch Drogen: 187 000 sterben durch Sucht

tk

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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