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Abhilfe gegen volle Busse: Schulen verändern Unterrichtszeiten

Voll, aber nicht überfüllt: Die Busse zum morgendlichen Schulbeginn.
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Voll, aber nicht überfüllt: Die Busse zum morgendlichen Schulbeginn.

Das Thema Busfahren in Corona-Zeiten beschäftigt weiterhin die Stadtpolitik. Nach einem Bericht in unserer Zeitung über die morgendliche Situation, wenn Schüler in Bussen unterwegs sind, kam es in den vergangenen beiden Sitzungen der Stadtverordneten zu entsprechenden Anfragen und Anträgen.

Offenbach – Jüngst hat die SPD gefordert, eine Initiative der Landesregierung zu nutzen, um durch Reisebusse für zusätzliche Kapazitäten im Linienverkehr zu sorgen. Mobilitätsdezernentin Sabine Groß weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Stadt erst der Forderung des Landes nach umfassender Entzerrung der Schulanfangszeiten nachkommen müsse, bevor man die Förderung vom Land für den Einsatz von Reisebussen beantragen könne.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß erklärt, dass er bereits mit dem Staatlichen Schulamt, den Leitern der weiterführenden und beruflichen Schulen und Elternbeiräten Gespräche geführt habe: Ziel sei es, die Anfangszeiten der unterschiedlichen Schulen so zu verlegen, dass es nicht mehr zu Fahrgastspitzen durch Schüler morgens und mittags in den Bussen komme.

Tatsächlich habe das Gespräch ergeben, dass seitens der Eltern die Belegung der Busse kaum als Problem angesehen werde. Lediglich die Elternbeiräte der Edith-Stein-Schule und der beruflichen Schulen am Buchhügel hätten gemeldet, dass die Schüler teils in vollen Bussen fahren würden.

Bei der Edith-Stein-Schule liege es daran, dass die Schüler lieber die Hauptlinie als den zehn Minuten früher fahrenden Verstärkerbus nutzten. „Zehn Minuten länger schlafen ist für Jugendliche morgens eine ganze Menge“, sagt Weiß augenzwinkernd. Dennoch sei man mit der Schule übereingekommen, vermehrt für die Nutzung des Sonderfahrzeugs zu werben, um so den regulären Linienbus zu entlasten.

An den beruflichen Schulen am Buchhügel und der ihnen nahen Marienschule seien bereits die Anfangszeiten des Unterrichts entzerrt worden, um die Busse zu entlasten – allerdings habe das bei einigen Eltern auch zu negativen Reaktionen geführt, sagt Weiß.

Die Stadt moderiere gern bei diesem Thema, jedoch seien die Möglichkeiten der einzelnen Schulen durchaus beschränkt, gibt der Schuldezernent zu bedenken. Denn bei den einzelnen Gymnasien sei eine Abstimmung der Unterrichtszeiten unerlässlich, da deren Leistungskurse aufeinander abgestimmt seien – da nicht jede Schule alles anbieten könne. Eine Änderung der Anfangszeiten an einer Schule würde somit den gesamten Unterricht auch an anderen betreffen. „Die Vorstellung vom Land, die Schulzeiten zu entzerren, scheint mir daher eher von den Gegebenheiten im ländlichen Raum geprägt“, sagt Stadtrat Weiß.

Fahrgastzählungen der OVB hatten ergeben, dass die Linienbusse zwar voll, aber nicht übervoll seien. Da in den Bussen kaum die entsprechenden Abstände eingehalten werden könnten, herrsche eine allgemeine Maskenpflicht. (Frank Sommer)

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