Ärger mit der Telekom

Seit gut acht Wochen zickt das Internet

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Offenbach - Die Umstellung von Anschlüssen der Telekom läuft nicht immer reibungslos. Ein von unserer Zeitung geschilderter Fall zieht weitere Beschwerden nach sich. Die Telekom weist auf eine Vielzahl möglicher Störungsursachen hin. Von Thomas Kirstein 

Das Positive vorweg: Der Unternehmer Michael Hoffmann hat wieder Hoffnung geschöpft. Wie berichtet, gestaltete sich sein Wechsel von Vodafone zur Telekom äußerst holprig; seit gut acht Wochen zickt das Internet, kommen Anrufer nicht mehr durch. Jetzt soll sich was tun. Der Chef von Rhein-Main-Event ist seit Anfang März in engem Kontakt zum Anbieter, der immer Techniker in Rumpenheim vorbeischickt. Jüngste Entwicklung: „Die Telekom will irgendwelche Schaltungen vornehmen, damit ich eine schnelle, stabile Leitung bekomme und bittet diese Woche um Geduld. Ich habe gewährt.“

Unser Bericht über Hoffmanns Fernmelde-Ärger-Schicksal regt tatsächliche oder vermeintliche Schicksalsgenossen an, sich mit ihren Problemen zu melden. Meist wird auf der Verdachtsebene ein Zusammenhang hergestellt mit einer Umstellung von bisher analogen Anschlüsse (DSL, ISDN) auf Internet-Telefonie.

Schicksalsgenossen berichten

Leser Peter Sesemann beklagt plötzliche Abbrüche eingehender Gespräche nach zehn Sekunden. Er nennt es eine Unverschämtheit, dass ihn niemand darauf hingewiesen habe, dass seine analogen Apparate nicht mehr mit dem neuen IP-System harmonierten. Herbert Mahlow berichtet über das – wie andere Anrufe vermuten lassen, verbreitete – Phänomen, dass er nicht mehr für Kunden anderer Anbieter erreichbar war.

Das beschäftigt auch die Offenbacher Firma Recktenwald (Heizung, Sanitär und Bauspenglerei). Michael Recktenwald schildert einen seit Anfang Februar beschrittenen Leidensweg mit nicht funktionierendem Verbindungsaufbau, schwierigem bis unmöglichem Kontakt zur Störungsstelle, von vergeblichen Versuchen der Problemlösung und anscheinend nicht funktionierender Telekom-Hardware, nach deren Austausch gegen ein Fremdprodukt alles läuft.

Suche nach Fehlerquelle erschwert

In diesem Fall scheint da ein Kommunikationsproblem hinzugekommen zu sein. Laut Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney hat die Offenbacher Firma ausdrücklich keinen Telekom-Techniker haben, sondern sich auf einen eigenen Spezialisten verlassen wollen. Tatsächlich aber hätten die Störungen etwas mit dem gelieferten „Speedport“ zu tun gehabt.

Michael Hoffmanns Schwierigkeiten sind beim deutschen Platzhirschen auch bestens bekannt. „Wir sind laufend in Kontakt“, bestätigt McKinney. Die Ortung der Fehlerquelle gestalte sich jedoch nicht so banal, sei „irgendwo zwischen dem Heimnetzwerk des Kunden und unserem Netz“ angesiedelt. Die Suche werde dadurch erschwert, dass es sich nicht um dauerhafte, sondern um sporadische Ausfälle handele: „Wenn wir prüfen, greift halt manchmal der Vorführeffekt.“

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McKinney betont ein Credo seines Unternehmens: „Wir sind bestrebt, jeden Kunden zufrieden zu stellen.“ Jede Woche stelle die Telekom in Deutschland an die 60.000 Anschlüsse um, zum überwiegenden Teil reibungslos. Und „es gehören immer zwei zum Tanzen“: Die Ursachen für Probleme nach einem Wechsel könnten durchaus beim früheren Anbieter liegen.

Die unter anderem neue Router erfordernde Umstellung auf Internet-Telefonie kommt über kurz oder lang auf alle Telekom-Kunden zu. Bis 2018 will der Kommunikationsriese das erledigt haben. „An IP führt kein Weg vorbei, das ist der Universalcode des 21. Jahrhunderts“, sagt Telekom-Mann George-Stephen McKinney.

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