Ankauf von Belegungsrechten in geförderten Wohnungen sichert Landesgeld

Den Bestand besser verteilen

Offenbach - Für Menschen mit geringem Einkommen wird es schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Daher hat die Stadt wohnungspolitische Leitlinien auf den Weg gebracht, die ein klares Bekenntnis zum öffentlich geförderten Wohnungsbau bedeuten“, betont OB Horst Schneider.

Die Leitlinien bedeuten für Horst Schneider ein klares Bekenntnis zum öffentlich geförderten Wohnungsbau.

Ab 2011 sollte eine Quote von sieben Prozent gehalten werden: 30 neue Wohneinheiten pro Jahr, berichtet Elke von Busekist, Fachreferentin für Stadtentwicklung und Städtebau beim Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. „Um eine räumliche Konzentration zu vermeiden, wurde eine Obergrenze von 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau im Block beziehungsweise Quartier vereinbart.“ Da dies auf freiwilliger Basis nicht umgesetzt werden konnte, wurde 2014 eine Quote von 30 Prozent geförderten Wohnungsbaus als Pflicht für Neubauvorhaben ab 50 Wohneinheiten eingeführt.

Mit der Förderrichtlinie zum Ankauf von Belegungsrechten besitzt die Stadt jetzt (wie berichtet) ein Instrument, um den Bestand an geförderten Mietwohnungen nicht nur zu stabilisieren, sondern deren Verteilung zu steuern. Dies kann auch in Zusammenarbeit mit Baugesellschaften gelingen, wie bei den 30 geförderten Wohneinheiten, die die GWH mit 100-prozentiger Förderung auf dem Grundstück Lichtenplattenweg/Ecke Rhönstraße errichtet. Davon werden zehn belegt und 20 im Stadtgebiet im Bestand der GWH verteilt.

Die einzige Schwierigkeit besteht darin, dass die Wohnung frei sein muss, damit jemand mit Berechtigungsschein einziehen kann. Eine Mischung von geförderten und freien Wohnungen ist angestrebt. Ungefähr drei Euro beträgt die Differenz des Mietpreises pro Quadratmeter, eine geförderte Wohnung kostet aktuell 6,90 Euro pro Quadratmeter. Der Ankauf von Belegungsrechten soll genutzt werden, wenn Einnahmen aus der Fehlbelegungsabgabe eingesetzt werden müssen. Diese Landesmittel müssten sonst zurückgegeben werden. „Das können zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Jahr sein“, erläutert Schneider. Ziel sei es, diese anzusparen und sie gezielt für geförderten Wohnungsbau einzusetzen. Falls zum Stichtag keine Projekte angestoßen werden können, biete der Ankauf von Belegungsrechten eine gute Möglichkeit, diese Einnahmen zu verwenden.

mt

Rubriklistenbild: © Georg

Kommentare