Allgemeinverfügung

Anstieg der Corona-Zahlen: Strengere Maßnahmen ab Montag

Oberbürgermeister Felix Schwenke
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Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) bei einer Pressekonferenz im August.

Aufgrund steigender Neuninfektionen mit dem Corona-Virus kündigt die Stadt Offenbach neue Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie an.

Offenbach – Fünf Freunde... ist das Leitmotiv der britischen Autorin Enid Blyton. Diese Formel hat bis gestern auch für die Corona-Regeln im öffentlichen Raum gezählt. Mit der weiter steigenden Inzidenz (110,5 Fällen auf 100 000 Einwohner) zählt das nicht mehr in Offenbach. „Zwei dabei“, heißt es nun. Bedeutet: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum (inklusive Grünanlagen und Parks) ist nur allein, in Gruppen bis zu drei Personen (aus unterschiedlichen Haushalten) sowie von Angehörigen aus zwei Haushalten erlaubt. Empfohlen wird bei zwei Haushalten eine Beschränkung auf zehn Personen. Das ist nur ein kleiner Teil der lokalen Verschärfungen.

Weniger ist mehr könnte die zentrale Corona-Botschaft überschrieben werden. Oberbürgermeister Felix Schwenke formuliert es gestern vor Journalisten so: „Es heißt nicht: Bleiben Sie zu Hause! Vielmehr bitten wir darum: Reduzieren Sie die Zahl Ihrer Kontakte.“ Und er betont: „Der dramatische Anstieg der Infizierten in den vergangenen Wochen ist kein von einigen Leuten so gern bezeichneter Test-Effekt. Das zeigt ein Blick auf alle unsere Zahlen.“ Bedeutet: In Offenbach verdoppeln sich die Fallzahlen mittlerweile wieder alle zehn Tage. Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der Tests jedoch nicht gestiegen. Schwenke: „Wir stehen am Beginn einer neuen exponentiellen Ausbreitung des Corona-Virus.“

Corona in Offenbach: Die weiteren Corona-Maßnahmen haben ein klares Ziel

Die Verantwortlichen haben nach den zuletzt ergriffenen Maßnahmen einen „verantwortbaren Zeitraum beobachtet“, ob diese einen Effekt haben. „Heute haben wir jedoch kein einziges Indiz dafür, dass die bisherigen Maßnahmen ausreichen könnten“, bedauert der Verwaltungschef. Stattdessen habe die Zahl der Infektionen, bei denen sich die Menschen nicht erklären können, wo ihre Infektion herkommt, nach Angaben des Offenbacher Gesundheitsamtes kontinuierlich zugenommen. „Die weiteren Maßnahmen haben ein klares Ziel: die Zahlen senken, die Menschen schützen und einen klaren Vorrang für Bildung und Wirtschaft.“

Die Appelle und Äußerungen des hauptamtlichen Magistrats zielen in eine Richtung: Ja es sind weitergehende Maßnahmen, aber es ist alles noch erträglich, es kann alles befolgt werden. Bürgermeister Peter Freier: „Wir haben uns alle Entscheidungen nicht leicht gemacht und wir setzen zuallererst weiterhin auf die Freiwilligkeit. Aber: „Wir haben erneut die Unterstützung der Landespolizei angefordert, um insbesondere an den Wochenenden weitere Schwerpunktkontrollen vorzunehmen. Besonders nachts lässt sich jetzt auch gut überprüfen, ob sich die Menschen an die neue Regelung halten, dass sich dann nur noch maximal zwei Personen im öffentlichen Raum aufhalten dürfen.“

Corona in Offenbach: Gesundheits- und Schuldezernenten begründen Corona-Maßnahmen

Die Gesundheitsdezernentin Sabine Groß sagt: „Wir haben keine Blaupause für die beschlossenen Maßnahmen, die woanders schon funktioniert haben. Es müssen alle mitspielen...“ Die Einschätzung, Corona sei doch nicht so schlimm, weil es schon in der ersten Welle nicht schlimm wurde bei uns, sei eine Illusion. „Wer die Gefahr durch das Virus nicht ernst nimmt, verspielt die Chance, Zustände in Kliniken zu verhindern, wie wir sie bisher nur aus Frankreich, Spanien oder Italien kennen.“

Paul-Gerhard Weiß in seiner Funktion als Schuldezernent betont: „Es sind teils weitgehende Verschärfungen, damit das Leben weitergehen kann. Wir wollen nicht zurück Schulschließungen; wir brauchen den Präsenzunterricht – die ganze Zeit, für alle Schüler.“ Und weil Offenbach oft zuerst betroffen gewesen ist, zieht man die angekündigte neue Regelung für die Rückkehr aus ausländischen Risikogebieten vor. „Nach den Herbstferien wird es aller Voraussicht nach wieder zu Viruseinträgen in den Kitas und Schulen kommen. Das ist absehbar. Damit es nicht zu weiteren Ansteckungen in der Schule kommt und der Betrieb fortgeführt werden kann, gilt jetzt wieder vorsorglich für 14 Tage die Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden Schulen.“

Alle Maßnahmen der Stadt werden heute im Zuge einer Allgemeinverfügung veröffentlicht. Diese ist online verfügbar auf: www.offenbach.de/corona Die Regelungen treten am Montag, 19. Oktober, 0 Uhr, in Kraft und gelten vorerst für 14 Tage. Empfohlen werden sie allerdings ab sofort. (Von Martin Kuhn)

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