Dämmstoffe in jeder Ritze

Anwohner ärgern sich über Zustände auf privater Baustelle in der Speyerstraße

Die Situation auf der Baustelle hat ein Anwohner bildlich festgehalten.
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Die Situation auf der Baustelle hat ein Anwohner bildlich festgehalten.

Eine Baustelle in der Speyerstraße sorgt für Ärger. Die Antworten der Bauaufsicht sind meist dieselben.

Offenbach – Sie ist nicht ganz so augenfällig wie die Dauerbaustelle in der Bieberer Straße in Höhe des Wilhelmsplatzes; ärgerlich ist das, was Anwohner der Speyerstraße über das private Bauvorhaben berichten, trotzdem. Benjamin K. hat schon die Bauaufsicht über die Missstände informiert – geholfen hat es nur bedingt: „Leider hatte der Besuch der Bauaufsicht nur eine kurze Wirkung. Denn inzwischen verteilen sich die Hinterlassenschaften der Bauarbeiter wieder rund um die Baustelle“, klagt der Anwohner. Teilweise lade die Vermüllung auch Passanten und wohl auch Anwohner dazu ein, Müll hinter dem Bauzaun abzuladen.

Hinzu kommt nach K.’s Schilderung, dass sich Reste von dunklem Dämmmaterial, das auf der Baustelle verwendet werde, sich mittlerweile in den umliegenden Wohnungen „in jeder Ritze“ festgesetzt hätten. K.: „Es fliegt mir und zahlreichen Nachbarn nicht nur seit Wochen jeden Tag ins Fenster, sondern landet auch auf Grünflächen und vor allem im nahen Main.“ Er stelle sich daher die Frage, ob solche Verschmutzungen von der Stadt als notwendiges Übel in Kauf genommen würden, wenn irgendwo gebaut werde. Ihm sei sehr wohl klar, dass eine Baustelle nicht abfallfrei sein könne, so K. Aber die konkreten Verhältnisse herrschten nun schon mehr als ein halbes Jahr und es werde nicht besser. Schon vor der Einrichtung der Baustelle sei die Liegenschaft immer wieder durch Vermüllung, Rattenprobleme und Lärmbelästigungen aufgefallen, berichtet K. weiter.

Die Antwort der Bauaufsicht auf eine Anfrage muss jenen, die sich mit den gefühlten Dauerbaustellen in der Stadt beschäftigen, bekannt vorkommen: „Das Bauaufsichtsamt hat für diese Liegenschaft eine Baugenehmigung für eine Aufstockung des Dachgeschosses und einen Umbau des fünften Obergeschosses im Dezember 2017 erteilt. Im Oktober 2019 wurde der Baubeginn angezeigt“, heißt es.

Ende Februar dieses Jahres sei die Baustelle von der Baukontrolle aufgesucht worden, nachdem eine Bewohnerin sich über eindringendes Wasser beschwert habe. Bei der Begehung seien Sicherheitsmängel festgestellt worden. Daraufhin seien die Arbeiten vorübergehend eingestellt worden. „Anfang Juni erreichten uns erneut Beschwerden per E-Mail von einem Anwohner“, schreibt die Stadt weiter. Dieser habe umherfliegende Dämmmaterialreste und eine allgemeine Vermüllung der Baustelle bemängelt. „Daraufhin war die Bauaufsicht in der 24. Kalenderwoche mehrmals an der Baustelle, um sich ein Bild vor Ort zu machen.“ Dabei sei die Baustelle unauffällig und der Gesamteindruck so weit in Ordnung gewesen. Auch das Dämmmaterial sei in großen Müllsäcken verpackt gewesen, sodass von einer erneuten Begehung abgesehen worden sei.

Eine Woche später habe der Anwohner Fotos von den Zuständen zugesandt. „Da auf diesen Bildern Dämmmaterialreste auf dem Gehweg und in den Grünanlagen zu sehen waren, hat die Bauaufsicht am 18. Juni das zuständige Unternehmen kontaktiert. Es wurde aufgefordert, die Baustelle umgehend zu reinigen und den Gehweg und die angrenzende Grünfläche von den Dämmmaterialien zu befreien“, erläutert die Bauaufsicht ihr Vorgehen. Sofern dies nicht umgehend geschehe, werde die Stadt einen Dienstleister mit der Reinigung des Gehweges und der Grünfläche beauftragen. Die dafür entstehenden Kosten würden an den Verursacher weitergereicht. Im Übrigen sei das Umweltamt informiert.

VON MATTHIAS DAHMER

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