Finalen Markierungen fehlen 

Von-Behring-Straße soll zur Fahrradstraße werden - Für Anwohner ist das „Murks“ 

Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise haben ein paar Vorteile: Geringe Einbaukosten, rasche Freigabe für den Verkehr, überbaubar. Das bisherige Ergebnis in der Von-Behring-Straße erachten einige Anlieger als „Murks“. Foto: Kuhn
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Das bisherige Ergebnis in der Von-Behring-Straße erachten einige Anlieger als „Murks“. 

Bei den Fahrradstraßen gibt es nur zwei Meinungen. Wenn man es anhand einer Farbpalette definieren möchte: schwarz oder weiß. Keine Grautöne. Besonders vehement ist die Ablehnung in Bürgel, wo die Von-Behring-Straße zur Fahrradstraße wird. 

  • In Offenbach-Bürgel gibt es Diskussionen
  • Stein des Anstoßes ist die Von-Behring-Straße
  • Radfahrer sollen sie künftig als Fahrradstraße nutzen können

Offenbach - Schon bei der öffentlichen Vorstellung des Projekts gab’s überwiegend kritische Stimmen. „Das ist doch Mist. . . “, schimpft ein Anlieger nach den ersten Arbeiten am Straßenbelag, der – so der subjektive Eindruck eines Radfahrers – nicht unbedingt als gelungen erachtet wird.

„Jetzt ist die Von-Behring-Straße ,saniert’“, heißt es in einer Zuschrift an die Redaktion. Eva Schübel und Peter Engels können das mit dem Zustand der Straße nicht in Einklang bringen: „Es wurde lediglich im Fahrbahnbereich eine grobkörnige Teerschicht aufgebracht, die noch nicht einmal vernünftig ausgewalzt wurde. Die Fahrbahnränder wurden zum Teil gar nicht erneuert und die Schlaglöcher klaffen dort immer noch! Alle Anwohner schütteln über diesen Murks nur noch den Kopf. In Offenbach werden scheinbar sinnlos Steuergelder ausgegeben.“

Trotz Gegenwind ist Ulrich Lemke, Projektmanager Bike Offenbach, weiterhin von dem Vorhaben überzeugt: „Wir sind uns sicher, dass die Von-Behring-Straße von den Radfahrenden angenommen wird, sobald diese eine Fahrradstraße geworden ist.“

Offenbach-Bürgel: Von-Behring-Straße wird für "Radfahrer besser befahrbar"

Um im März und April die entsprechenden Markierungen aufbringen zu können, sei in Teilbereichen der Von-Behring-Straße eine dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise (DSK) aufgebracht worden. „Durch diese Maßnahme wird die Haltbarkeit der Markierungsarbeiten verbessert und die Straße wird für Radfahrende und Anlieger besser befahrbar“, urteilt Lemke.

Laut Hersteller bieten die dünnen Asphaltdeck-Schichten in Kaltbauweise (DSK) verschiedene Vorteile – Wiederherstellung der Griffigkeit, Beseitigung von Spurrillen, Abdichtung offener Fahrbahndecken, Verlängerung der Nutzungsdauer von alten Asphaltdecken und Verminderung der Fahrbahn-Geräusche. Vielleicht wird es ja besser mit der ausstehenden Radwegbeschichtung (die allerdings nur an den Kreuzungen mit der Bildstock-, Ketteler-, Laroche-, Alice-, Kurfürsten-, Kreuz-, Schönborn-, Falltor-, Jahn-, Hessen-, Stift- und Karolingerstraße aufgebracht wird): Diese roten Beschichtungen sollen über eine hohe Dauerflexibilität verfügen und sind laut Hersteller „resistent gegen Tausalze und haben eine nachgewiesene überdurchschnittliche Nutzungsdauer“.

Offenbach-Bürgel: Von-Behring-Straße direkte Wegführung wichtig für Radfahrer 

Mit feinem Gehör auf die kritischen und lauten Zwischenrufe aus dem Stadtteil fügt Projektmanager Lemke hinzu: „Bei der Von-Behring-Straße ist dem Team von Bike Offenbach insbesondere die direkte Wegeführung wichtig.“ Es habe sich bewusst für diese Wegeführung entschieden, da sie die kürzeste Verbindung vom Mainradweg nach Rumpenheim darstelle. Heißt: Sie ist 2 Kilometer kürzer als der Mainradweg, 1,4 Kilometer kürzer als die Strecke über den Maindeich und immerhin 500 Meter kürzer als der Mainzer Ring. Dass die Achse im Gegensatz zu den Main-Wegen zudem durchgängig beleuchtet ist, lässt er unerwähnt und fügt stattdessen an: „Damit die neuen Fahrradachsen wirklich angenommen werden und gerade auch Pendler zum Umsatteln bewegen, ist eine direkte Wegeführung von zentraler Bedeutung.“

Dazu zählt auch der eine oder andere Lückenschluss im System der Radwege. So wurden unter anderem in der Rumpenheimer- und Bürgeler Straße im Zuge der Sanierung der Asphaltdecke durch den Stadtservice Schutzstreifen auf rund 950 Metern markiert.

Von Martin Kuhn


Die Von-Behring-Straße ist nicht die einzige Straße, die in der Stadt für Aufregung sorgt. In Offenbach soll die Taunusstraße zur Fahrradstraße werden. 

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