Endlich wieder in Betrieb

Wiedereröffnung nach zwei Jahren: Aufwendige Sanierung der Kita Goethestraße beendet

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Haben es gebacken bekommen: Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, Architekt Klaus Leber, Sozialdezernentin Sabine Groß und Kita-Leiterin Anna Visciani (von links) bei der symbolischen Schlüsselübergabe.

„Was lange währt, wird endlich gut“, bemüht Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) gestern bei der Wiedereröffnung der Kita 15 in der Goethestraße ein bekanntes Sprichwort.

Offenbach – Tatsächlich hat sich die Sanierung der Kindertagesstätte nicht nur deutlich länger hingezogen als geplant, auch die Kosten sind höher als anfangs gedacht.

Als im Sommer 2017 die Sanierung begann, ging die Stadt von einer einjährigen Bauzeit und Kosten in Höhe von 2,09 Millionen Euro aus. Doch kaum hatten die Bauarbeiten begonnen, traten unvorhergesehene Probleme auf, wodurch sich die Bauzeit verdoppelte und die Kosten auf insgesamt 3,2 Millionen Euro anwuchsen. Immerhin: 2,46 Millionen Euro steuert der Bund aus dem Kommunalinvestitionsgesetz bei.

„Es ist eine tolle Villa, aber es war ein schwieriges Projekt“, sagt Weiß. Denn die 1895 errichtete Villa steht unter Denkmalschutz, alle Umbauten und Sanierungen mussten exakt abgestimmt werden. Dazu kamen noch allerlei Probleme: Hausschwamm wurde entdeckt, und das Dach des 1903 errichteten Anbaus musste während der Arbeiten erneuert werden. Für so manchen Offenbacher schien es, als wäre die Gründerzeitvilla auf ewig hinter Gerüsten verschwunden.

Offenbach: Eine komplexe Sanierung

Wie komplex die Sanierung war, verdeutlicht Architekt Klaus Leber: „An einem Neubauprojekt sitzen zwei Leute – hier waren sieben notwendig.“ Planung und Bauarbeiten hätten dem Team des Darmstädter Architekten alles abverlangt. „Es hat uns viel Nerven gekostet, hat sich aber letztlich gelohnt“, sagt er.

Zeitweise seien in der Politik schon die Aufgabe des Projekts und ein Neubau an anderer Stelle diskutiert worden. „Aber es gibt weit und breit keinen geeigneten Platz für eine andere Kita. Es war die richtige Entscheidung, diese auf Vordermann zu bringen“, sagt Weiß.

Die Gründerzeitvilla mit ihren Verzierungen wurde für 3,2 Millionen Euro saniert. ©Sommer

Die Fenster wurden sowohl unter energetischen wie denkmalschützerischen Gesichtspunkten erneuert, die Fassade teilweise aufgearbeitet, das imposante Treppenhaus freigelegt, ein Lastenaufzug eingebaut und alle Räume mit Deckenschallschutz versehen. Außerdem wurde der verwahrloste Dachstuhl zum Aufenthaltsbereich für die elf Erzieherinnen und Erzieher ausgebaut, alle weiteren Räume sind nun kindgerecht möbliert.

Offenbach: Betreuung für bis zu 80 Kinder

Gerade den Schallschutz erachtet Sozialdezernentin Sabine Groß (Grüne) als wesentliches Element für eine zeitgemäße Kita. „Im Haushalt werden vom Kämmerer eigens 500 000 Euro neu eingestellt, um auch an anderen Kitas Lärm- und Hitzeschutz einzubauen“, sagt Groß.

Albtraum für Mutter: Kind (2) verschwindet plötzlich aus Einrichtung: Es ist der Albtraum jeder Mutter: Sie gibt ihr Kleinkind in der Betreuung ab – und beim Abholen ist es verschwunden.

Bis zu 80 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren können in der Kita betreut werden. „Aktuell besuchen bereits 62 Kinder unsere Einrichtung“, sagt Kita-Leiterin Anna Visciani. Während der Zeit der Bauarbeiten wurden die Kinder aus dem Einzugsgebiet in den Kitas Berliner Straße oder Hafen betreut.

Mit Blick auf die weiteren Sanierungsprojekte der Stadt betont Groß, dass Ausbau und Erhalt der Infrastruktur für die wachsende Stadt von entscheidender Bedeutung seien. „Wir haben so viele Hochbauprojekte wie nie zuvor“, sagt auch Weiß, „allerdings haben wir wenig Personal: Die Stellen sind geschaffen, aber der Markt ist leer gefegt, die nötigen Leute sind einfach nicht da.“

VON FRANK SOMMER

Währenddessen ist der Personalmangel in Kitas ein großes Thema in der Region. In Hanau fehlen rund 250 Betreuungsplätze.

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