„Wir können schwimmen!“

Bad auf der Rosenhöhe wieder für alle offen - Freude trotz Einschränkungen

Hier geht’s lang: Markierungen und Absperrungen inklusive Desinfektionsmöglichkeit weisen den Weg in die Traglufthalle, die in diesem Jahr wie berichtet auch in der Sommsaison stehen bleibt. Gesten war das Bad erstmals wieder für die Öffentlichkit zugänglich. Die Resonanz war verhalten. Foto: p
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Hier geht’s lang: Markierungen und Absperrungen inklusive Desinfektionsmöglichkeit weisen den Weg in die Traglufthalle, die in diesem Jahr wie berichtet auch in der Sommsaison stehen bleibt. Gesten war das Bad erstmals wieder für die Öffentlichkit zugänglich. Die Resonanz war verhalten.

Strahlend blauer Himmel und vor 10 Uhr morgens schon über 20 Grad Celsius. Keine Frage – das Wetter lockt ins Wasser.

Offenbach - Und weil der Erste Offenbacher Schwimmclub (EOSC) und die Stadt dem Rechnung tragen wollen, ist das Waldschwimmbad Rosenhöhe seit gestern – unter coronabedingten Einschränkungen – wieder für die Öffentlichkeit nutzbar. Geplant war die Öffnung zunächst erst für den kommenden Montag.

Eine freudige Nachricht für alle Freizeitschwimmer also. Um die Anlage des EOSC betreten zu dürfen, muss sich der Besucher, wie berichtet, online ein Ticket für ein dreistündiges Zeitfenster kaufen.

Wäre einfach gewesen, wenn das Buchungssystem bei jedem so reibungslos mitgespielt hätte wie bei den EOSClern. Jedoch akzeptierte es am Eingang häufiger nicht den als Bestätigung übermittelten QR-Code. „Bei uns gingen Fehlermeldungen ein, das Problem müsste jetzt aber eigentlich behoben sein“, sagt EOSC-Vorsitzender Matthias Wörner, der betont: „Wir machen alles für die Offenbacher Bürger, damit sie wieder schwimmen können.“

Diese Möglichkeit wird gestern genutzt. Auch wenn es insgesamt noch deutlich weniger Badegäste sind als an einem „normalen“ Sommertag, wie Bademeister Soufiane Benazha auf einen Blick abschätzen kann. Zudem sind es vor allem Mitglieder des EOSC, die er im Wasser sieht – ein Bild, das sich am Wochenende sicherlich ändern wird. Am Morgen sind hauptsächlich ältere Menschen im Wasser. Für einige ist es seit drei Monaten das erste Mal, dass sie wieder schwimmen dürfen. Die Vereinsmitglieder unter ihnen waren da glücklicher, denn sie durften schon ein paar Tage früher ihre Bahnen auf der Rosenhöhe ziehen.

Bei allen überwiegt ein positives Gefühl, die Einschränkungen werden als notwendig akzeptiert. Eine Besucherin lobt: „Ich finde es toll, wie der Verein die Situation meistert. Es klappt alles, man steht nicht lange an, die Wege sind gut markiert:“ Ein anderer Badegast sagt: „Alles ist etwas umständlicher als sonst, aber es funktioniert. Der Verein gibt sich große Mühe. Und wir können schwimmen, das ist wichtig.“ Und noch einer verrät, dass er sich vielleicht nicht ganz legale Ausweichmöglichkeiten gesucht hatte. In welchem Naturseen er baden gegangen ist, will er allerdings nicht verraten: „Sonst kommen da alle mögliche andere Leute auch noch hin.“

Die noch vergleichsweise niedrigen Besucherzahlen machen es im Waldschwimmbad vergleichsweise einfach, die Corona-Vorgaben einzuhalten. Im Wasser kann Abstand gehalten werden, und es wird Rücksicht aufeinander genommen. Solange die Auslastungsgrenze nicht erreicht ist – es dürfen sich in beiden Becken zusammen maximal 338 Personen gleichzeitig im Wasser befinden – ist die Stimmung auf der Rosenhöhe entspannt.

Bedenken gibt es gestern bei einigen Besuchern mit Blick auf die Ferien: Wenn Kinder sich in den Becken tummeln, die nicht nur in Bahnen schwimmen, sondern auch mal ins Wasser springen möchten, kann’s kritisch werden. Ein Besucher kritisiert, dass es für die Kleinen kein Angebot gibt: „Das Nichtschwimmerbecken ist geschlossen, Schwimmkurse finden nicht statt. Die Kinder werden leider wieder mal vergessen.“

Ein wenig bange blickt EOSC-Chef Matthias Wörner dem Wochenende entgegen; „Ich bin gespannt, wie es funktioniert, wenn bei der angesagten Hitzewelle 500 Menschen vor unserer Tür stehen sollten. Es wird eine Kasse geben für diejenigen, die keinen Computer und kein Smartphone haben. Alle anderen sollten online buchen. Für die geht der Einlass deutlich schneller. Wir haben zudem nachmittags Sicherheitskräfte hier, damit das Warten in geordneten Bahnen verläuft.“

Von Theresa Ricke

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