Koalition diskutiert

Bald höhere Kitagebühren ?

+
16 Jahre waren die Kitagebühren in Offenbach unverändert, nun deuten Koalitionsrunden auf eine Erhöhung hin. Die Kleinen stören sich freilich nicht daran.

Offenbach - Für die Betreuung zahlen Eltern in Offenbach verhältnismäßig viel. Doch eine weitere Erhöhung zeichnet sich ab, die Koalition diskutiert derzeit darüber. Grund dafür sind Schutzschirmvorgaben. Von Veronika Schade

Offenbacher Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kleinkinder voraussichtlich bald tiefer in die Tasche greifen. Es zeichnet sich ab, dass die Stadt nach 16 Jahren ihre Kitagebühren erhöht. Die Koalition führt derzeit entsprechende Verhandlungen, wie der Bürgermeister und zuständige Dezernent Peter Schneider (Grüne) auf Anfrage bestätigt.

Im Zuge des Schutzschirms ist Offenbach zum Sparen gezwungen. Und zum Generieren von Mehreinnahmen – ob durch Steuer- oder durch Gebührenerhöhungen. „Keine der Koalitionsparteien ist ein Freund der Erhöhung von Kitabeiträgen“, sagt Schneider. Gleichwohl wurde bereits eine Tabelle erarbeitet, welche die derzeitige Gebührenordnung einer möglichen neuen gegenüberstellt.

Demnach ist eine Erhöhung um zehn Prozent geplant. Diese bringe Mehreinnahmen von 900.000 Euro mit sich. Da aber die Hälfte der Kindergartenplätze von der Stadt über Sozialausgaben für einkommensschwache Familien bezuschusst wird, blieben nur etwa 450 000 Euro übrig. Lohnt sich das noch? „Das muss abgewogen werden“, räumt Schneider ein. „Faktoren wie Ansiedlungspolitik und Familienattraktivität spielen da eine Rolle.“

Bildung als Verlustgeschäft

Frühkindliche Bildung ist für Offenbach sowieso ein Verlustgeschäft: Den Einnahmen durch die Kitagebühren in Höhe von 9 Millionen Euro – beziehungsweise 4,5 Millionen Euro nach Abzug der bezuschussten Plätze – standen im Jahr 2013 laufende Ausgaben von zirka 38 Millionen für die Zuschüsse der Träger gegenüber.

Offenbach verlangt im Vergleich zu anderen Kommunen in der Region bereits hohe Beiträge. Derzeit kostet ein Ganztagsplatz (neun Stunden und mehr) in Kindergarten und Hort 174 Euro im Monat. Nach einer Erhöhung wären es monatlich 191 Euro. In Frankfurt betragen die Gebühren 148 Euro, in Hanau 100, in Neu-Isenburg 120, in Heusenstamm 165, in Mühlheim 122,50 und in Obertshausen 135,30 Euro. Spitzenreiter ist Dietzenbach mit 198 Euro. In Rodgau dagegen sind überhaupt keine Kitagebühren fällig.

Für einen Halbtagsplatz (bis zu fünfeinhalb Stunden) zahlen Eltern in Offenbach zurzeit 94 Euro. Da sieht der Entwurf eine Erhöhung auf 100 Euro vor. Im Jahr vor der Einschulung zahlen Eltern für einen Ganztagsplatz in Offenbach momentan 80 Euro, nach einer Erhöhung wären es 91. In den anderen Kommunen ist das letzte Kita-Jahr kostenlos.

Klagen auf einen Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Tiefer in die Tasche greifen müssen Eltern für die Betreuung für Kinder unter drei Jahren (U3). Eine Ganztagsstelle in Offenbach kostet derzeit 226, nach Erhöhung 248 Euro. Für eine Halbtagsstelle liegen die Beiträge bei 122 Euro, geplant wären 134. Ende 2012 hatte Offenbach in 59 Kindertageseinrichtungen 4140 Plätze. Für U3 gab es 1279 Plätze nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs im August 2013. Am 6. Mai tagen die Fraktionen erneut dazu. Auch der Jugendhilfeausschuss wird sich laut Schneider mit dem Thema befassen.

Mehr zum Thema

Kommentare