Mit ein paar Klicks zu Denkmälern der Stadt

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Landesdenkmalpfleger Gerd Weiß stellte vor, wie Offenbach im „DenkXweb“ erscheint.

Offenbach - Sich arglos einen alten Bahnhof zu kaufen und dann aus allen Wolken zu fallen, wenn Denkmalauflagen die schönen Pläne zunichte machen, muss heute nicht mehr sein. Von Thomas Kirstein

Jeder, der ein besonderes Gebäude besitzt, ein solches erwerben oder einfach mehr darüber erfahren möchte, kann sich seit gestern im Internet schlauer machen: Die mehr als 400 Einzel-Kulturdenkmäler und Gesamtanlagen der Stadt Offenbach sind ab sofort im „DenkXweb“ des Landesamts für Denkmalpflege online abrufbar.

Offenbach ist bei diesem Angebot die erste kreisfreie Stadt Hessens und reiht sich ein neben sieben Landkreisen und sechs kreisangehörigen Städten. Der Rest des Landes, das als bundesweiter Vorreiter bei der Inventarisierung von baulichen Schätzen gilt, folgt in den kommenden Jahren. „Ein Jahrhundertprojekt“, sagte Prof. Dr. Gerd Weiß, der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, im Rathaus bei der Vorstellung des neuen, für die Nutzer kostenlosen Angebots. Seit 2007 hat Offenbach eine gedruckte Denkmaltopographie – eine der bisher 50 von 70 in Hessen geplanten. Die Online-Ausgabe aktualisiert die Buchinhalte und kann künftige, auch vom örtlichen Denkmalschützer Helmut Reinhardt übermittelte, Veränderungen berücksichtigen. Das soll ein hohes Maß an Planungssicherheit für betroffene Städte, Architekten und Eigentümer schaffen.

Manche erstaunliche Entdeckung

Dank der Software der Lampertheimer Firma rjm funktioniert das mit ein paar Mausklicks und einer komfortablen Suchmaske. Es kann großflächig nach ganz Offenbach oder nach Straßen und exakten Hausnummern gesucht werden, möglich ist das Forschen nach Funktionen, Architekten, Stilen, verwendeten Materialien oder Kriterien für die Unterschutzstellung. Wer will, kann auch mit dem Mauszeiger auf Expedition durch die interaktiven Karten stromern, manche erstaunliche Entdeckung machen und lernen, aus welchen Gründen ein Bau besonderen Schutz genießt.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider lässt sich bei der Demonstration die Christian-Pleß-Straße aufrufen. Die detaillierte Karten der Online-Datenbank zeigt in Rot, welche Teile des ehemaligen MAN-Roland-Komplexes unter Schutz stehen (macht aber nicht deutlich, was den OB interessierte, nämlich, wo trotzdem abgerissen werden darf).

Angeklickte Objekte erscheinen im Bild, ihre Grundrisse können auf den Plänen sogar mit einem virtuellen Metermaß ausgemessen werden. Die Denkmäler sind eingebettet in die gesamte vorhandene Geodaten-Infrastruktur, wie Dr. Thomas Bauer von rjm erläutert. Nah ist Nützliches für den Denkmalbesitzer wie Steuertipps und Förderrichtlinien.

Zwei, die „DenkXweb“ (das „X“ steht wie in der Mathemtik für „mal“...) für gewiss nutzen werden, sind Achim Rist und Dominik Mangelmann vom sehr aktiven Offenbacher Denkmalbeirat. „Wir haben da noch ein paar Objekte, die rein müssten“, sagt Mangelmann. www.denkmalpflege-hessen.de/denkxweb

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