Offenbach

Bauarbeiten am Rechenzentrum sorgen für ordentlich Lärm – „Geht durch Mark und Bein“

Mächtige hydraulische Pfahlrammen sind bei den Fundamentarbeiten fürs Rechenzentrum am Lämmerspieler Weg in Offenbach im Einsatz.
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Mächtige hydraulische Pfahlrammen sind bei den Fundamentarbeiten am Lämmerspieler Weg im Einsatz. Die Schläge sind weithin zu hören.

Rumms! Schon morgens um sieben Uhr geht es los: Das Wummern und Vibrieren ist seit Wochen für viele Offenbacher zum akustischen Alltag geworden.

Offenbach – Verursacht wird es von fünf mächtigen hydraulischen Pfahlrammen auf der Baustelle des künftigen Rechenzentrums am Lämmerspieler Weg, die Pfosten fürs Fundament in den Boden schlagen. Vor allem Anwohner des nahegelegenen Neubaugebiets An den Eichen sind betroffen, doch auch in Waldheim, Rumpenheim, Teilen von Bürgel und im benachbarten Mühlheim ist es mitunter deutlich zu vernehmen.

Lärm in Offenbach: Genervte Anwohner melden sich bei der Redaktion

Mehrere Menschen melden sich bei der Redaktion, die sich von dem Lärm gestört fühlen. Darunter eine im Schichtdienst arbeitende Hebamme: „Wenn ich mich nach Nachtdiensten ins Bett lege, fängt das Gepolter an. Das geht durch Mark und Bein. Da helfen keine Ohrstöpsel.“ An guten Schlaf sei kaum zu denken. Auch andere leiden unter den dumpfen, hallenden Schlägen. „Es den ganzen Tag zu hören, trotz geschlossener Fenster, ist zermürbend“, sagt eine Anwohnerin von An den Eichen.

Die Firma CloudHQ, die auf dem ehemaligen Manroland-Gelände eins der größten Rechenzentren der Region baut, ist sich der Auswirkungen auf die Nachbarschaft bewusst. „Es gibt immer wieder Nachfragen, auch Beschwerden, die bei uns eingehen“, bestätigt Karl-Friedrich Brenner, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Das nehmen wir sehr ernst.“ Deshalb wurde nun ein Schreiben an die Anwohner des Neubaugebiets verfasst, in dem sie über den Stand und das weitere Vorgehen informiert werden.

Bauarbeiten in Offenbach: Bodenverhältnisse sind schwierig

Bei den Fundamentarbeiten handele es sich um die Bauphase, die den meisten Lärm verursache. Die Bodenverhältnisse seien schwierig. Um dem Gebäude die nötige Stabilität zu geben, damit es später nicht in Schieflage gerät, werden Betonpfähle in den Boden gerammt – 25 Meter tief. „Die anschließenden Hochbauarbeiten sollten eine weitaus geringere Belastung darstellen, da dafür fertige Bauteile montiert werden“, sagt Brenner.

„Wir sind bestrebt, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, betont er. Die gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten Montag bis Donnerstag von 7 bis 18 Uhr, Freitag von 7 bis 16 Uhr, würden eingehalten – in Ausnahmefällen könne es jedoch vorkommen, dass zwingend notwendige Arbeiten auch außerhalb dieser Zeiten erfolgen. Man bemühe sich, die Arbeiten so schnell es geht und die Witterung es zulässt, voranzutreiben: „Spätestens Mitte März sollten sie abgeschlossen sein, wir suchen nach Möglichkeiten, sie auf Anfang März zu verkürzen.“

Lärm in Offenbach – „Bislang ist es zu keiner Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Werte gekommen“

Seit Beginn der Arbeiten im November seien Messgeräte zur Aufzeichnung von Lärm- und Vibrationsdaten installiert worden. „Bislang ist es zu keiner Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Werte gekommen“, berichtet Brenner. Die Aufzeichnungen würden täglich genau überprüft. „Wir bitten weiterhin um Geduld und Verständnis, und um Entschuldigung, wenn es trotz aller Bemühungen zu Störungen kommt“, richtet er sich an die Betroffenen. Man lege Wert auf eine gute Nachbarschaft.

Die anschließenden Hochbauarbeiten sollen im zweiten Quartal abgeschlossen sein, danach erfolgt die Installation der technischen Anlagen. Diese finden größtenteils innerhalb des dann fertigen Gebäudes statt und sollten sich kaum auf die Umgebung auswirken. (Veronika Schade)

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