Persönliche Beratung Trumpf

Britische Baumarktkette Screwfix kommt

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Einst Praktiker, später Top-Bau und Extra – nun soll nach Informationen unserer Zeitung in der Mühlheimer Straße 153 der erste Screwfix-Baumarkt in Deutschland eröffnen.

Offenbach - In Deutschland kennen ihn nur Insider, dabei ist er der größte Europas: Der britische Baumarktkonzern Kingfisher will auf dem hart umkämpften deutschen Markt Fuß fassen, wie er bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen 2013 ankündigte. Von Veronika Schade 

Wirtschaftszeitungen meldeten, dass Testmärkte seiner kleinflächigen Fachhandelskette Screwfix in vier deutschen Großstädten geplant seien; die genauen Standorte waren nicht bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung macht den Anfang eine Großstadt im Rhein-Main-Gebiet: Offenbach. Mit offiziellen Informationen zur möglichen Screwfix-Eröffnung hält der Konzern sich zurück. Sprecher Axel Eggenwirth bestätigt lediglich. „Wir wollen im Rhein-Main-Gebiet anfangen. Aber noch ist nichts spruchreif.“

Die Erklärung, warum die Wahl ausgerechnet auf Offenbach gefallen ist, bleibt also aus. Fest steht, dass die Lederstadt damit maßgeblich beteiligt ist am weiteren Schicksal eines Riesenkonzerns in Deutschland. Denn nur, wenn sich der Erfolg einstellt, den die Verantwortlichen erwarten, expandiert die britische Kette in weitere deutsche Städte. Die Räume, in denen das Flaggschiff eröffnet, sind Heim- und Handwerkern bekannt: An der Mühlheimer Straße 153 hatten einst Praktiker, später Top-Bau und zuletzt ein Extra-Baumarkt ihre Filialen. Seit dem Aus der Kette Praktiker, zu dem die Extra-Märkte gehörten, sind die Flächen verwaist. Doch seit einigen Wochen stehen Bauzaun und Container um das weiße Wellblechgebäude, wuseln Bauarbeiter, renovieren, bauen um.

Schließlich soll Screwfix kein austauschbares Glied in einer Reihe mehr oder minder erfolgreicher Baumärkte an diesem Standort werden. Das Konzept unterscheidet sich von dem, was der deutsche Kunde gewohnt ist. Während der Trend zu großflächigen Baumärkten geht, in denen Kunden jeden Posten der Einkaufsliste selbstständig in den Regalen finden sollen und dabei eine Fülle an Auswahlmöglichkeiten geboten bekommen, setzt die englische Kette auf persönliche Beratung auf engerem Raum. Märkte sind nur bis zu 1000 Quadratmeter groß, während beispielsweise Hornbach-Märkte im Schnitt auf fast 12.000 Quadratmeter kommen. Die echte Verkaufsfläche ist dabei noch kleiner, denn der Kunde wendet sich gleich am Empfang an einen Verkäufer, der ihm die gewünschte Ware bringt und ihn umfassend berät. Im Angebot sind Werkzeug und Material für anspruchsvolle Heimwerker sowie Großhandelsangebote für Handwerker. Screwfix will vor allem professionelle, anspruchsvolle Klientel für sich gewinnen und sich so von der Konkurrenz abgrenzen.

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Das spezielle Konzept bringt einen höheren Aufwand an Personal mit sich. Dieser Baumarkt könnte in Offenbach bis zu 60 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Mutterkonzern Kingfisher ist zeitgleich mit der Bekanntgabe der Pläne, auf den deutschen Markt vorzustoßen, bei seinem deutschen Partner Hornbach ausgestiegen. Nach den US-Konzernen Lowe‘s und Home Depot handelt es sich weltweit um die Nummer drei im Baumarktgeschäft. Der Gewinn im Jahr 2013 lag bei 759 Millionen Pfund (923 Millionen Euro).

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