Sperrung einer Fahrspur

Baustelle am Odenwaldring: Nerven liegen bei Anwohnern und Autofahrern blank 

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Auweia! Die Arbeiten unter dem Knoten Sprendlinger Landstraße / Taunusring sorgen morgens und abends für Autoschlangen. Hinzu kommt: Die gesetzlichen Vorgaben für die Baustellensicherung sind verschärft worden. Die Sicherheitsabstände müssen größer sein.

Die Nerven liegen bei Anwohnern und Autofahrern blank. Der Grund: An der Kreuzung Taunusring/Sprendlinger Landstraße kommt das lokale Straßennetz aktuell an seine Kapazitätsgrenzen.

Offenbach – Wenn man im Stau nach einem harten Arbeitstag von Lärm und Hitze gestresst ist, kann einem schon mal die Sicherung durchbrennen. Das passiert William Foster alias Michael Douglas in dem US-amerikanischen Spielfilm „Falling Down“. Ganz so schlimm ist es glücklicherweise nicht, aber im Offenbacher Süden liegen mittlerweile die Nerven blank – bei Autofahrern und Anwohnern.

An der Kreuzung Taunusring / Sprendlinger Landstraße kommt das ohnehin ausgereizte lokale Straßennetz aktuell an seine Kapazitätsgrenzen. An einem der zentralen Knoten im Stadtgebiet staut es sich vor allem morgens und abends; je nach Tageszeit aus Richtung Dreieich oder von der A 661 kommend. Grund: Die Verlegung einer Wasserleitung auf dem Odenwaldring mache die Sperrung einer Fahrspur in Richtung Feuerwehr an der Rhönstraße notwendig, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung vom 30. August.

Vermutlich hat diese niemand bis zum Schluss gelesen. „In der dritten Phase werden im Kreuzungsbereich zur Sprendlinger Landstraße noch eine weitere Baufläche eingerichtet und der Verkehr in der Sprendlinger Landstraße in Richtung Norden und Odenwaldring zweispurig um die Baustelle herumgeführt“, heißt es da.

Auweia! Die Arbeiten unter dem Knoten Sprendlinger Landstraße / Taunusring sorgen morgens und abends für Autoschlangen. Hinzu kommt: Die gesetzlichen Vorgaben für die Baustellensicherung sind verschärft worden. Die Sicherheitsabstände müssen größer sein.

Dort sind die Baufirmen inzwischen angelangt und haben somit das Chaos vergrößert. Die Autofahrer blinken, hupen, nutzen die Busspur, kürzen ab über Lauterborn oder durch den Buchrainweg – Genervte suchen sich alternative Wege. „Eine absolute Katastrophe“, urteilen die Kollegen, die im Süden der Stadt wohnen und das eigene Auto am liebsten stehen lassen. Auch Ellen Glaesner, bis 2018 für die CDU im Stadtparlament, ist wenig angetan von der Situation und belegt das mit einem Foto, das Blech an Blech zeigt: „Tag fünf im Buchrainweg. Verkehr(t)splanung? Wenn man gleichzeitig alle Hauptverkehrsachsen mit Baustellen überzieht, bleibt leider gar nichts von Spielstraßen für Kinder übrig...“

Leser und Berufspendler M. sieht ebenfalls diese Problematik und ist ebenfalls restlos bedient: „Ihr könntet mal was über den derzeitigen Verkehrskiller (!) Taunus- / Odenwaldring schreiben. Die Dauerbaustelle verursacht jeden Abend einen Verkehrsinfarkt bis in den Lauterborn. Wieder mal top geplant, da ja einige Bürgeler Rumpenheimer zurzeit über den Taunusring fahren, weil die Mainstraße bekanntlich teilweise gesperrt ist.“ Und bleibt...

Auweia! Die Arbeiten unter dem Knoten Sprendlinger Landstraße / Taunusring sorgen morgens und abends für Autoschlangen. Hinzu kommt: Die gesetzlichen Vorgaben für die Baustellensicherung sind verschärft worden. Die Sicherheitsabstände müssen größer sein.

Der Vorwurf an die Stadtverwaltung: Es mangelt an Koordination. Das möchte man im Rathaus so nicht stehen lassen. Grundsätzlich versuche die Straßenverkehrsbehörde bei ihren Baustellengenehmigungen – soweit möglich –, Auswirkungen auf den Straßenverkehr zu minimieren. Im Fall der Baumaßnahmen am Odenwaldring und an der Mainstraße sei es so, dass die beiden Baustellen so weit auseinander lägen, dass die zuständige Behörde die Gleichzeitigkeit zu genehmigen habe. „Es wurde über Gespräche mit den Vorhabenträgern versucht, die Maßnahmen zeitlich zu entzerren, darüber war leider keine Einigung zu erzielen“, heißt es.

Oft gebe es auch für Bauträger so viele Randbedingungen zu berücksichtigen, dass kaum „Handlungsspielräume bleiben“. Zudem sei die Bautätigkeit (also auch privater Hochbau) aktuell so stark, „dass es ohnehin nicht möglich wäre, alle Maßnahmen nacheinander vorzunehmen“. Das wird kaum die Gemüter in den nächsten Wochen besänftigen: Die Arbeiten an der Wasserleitung sollen voraussichtlich erst Ende Oktober beendet sein.

VON MARTIN KUHN

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