Spatenstich

GBO baut jetzt wieder

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Oberbürgermeister Horst Schneider, Clemens Rosenberger und Winfried Männche von der GBO beim symbolischen Spatenstich.

Offenbach - Viele Jahre hat Offenbachs Gemeinnützige Baugesellschaft ihre Objekte saniert. Nun investiert sie in den Bau von neuen Mietwohnungen. Den Anfang macht ein Mehrfamilienhaus an der Buchhügelallee. Von Veronika Schade 

Baut die GBO überhaupt noch? Eine Frage, mit der Winfried Männche, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Baugesellschaft, in letzter Zeit oft konfrontiert wurde – die er aber ruhigen Gewissens mit „ja“ beantworten kann. Denn obwohl die GBO gestern an der Buchhügelallee erstmals seit den 90er-Jahren wieder den Neubau eines frei-finanziertes Mehrfamilien-Miethauses in Angriff nahm, war sie in der Zeit alles andere als untätig.

„Wir haben seit 1990 189 Millionen Euro in unseren Bestand investiert“, berichtet Männche. Die Baugesellschaft hat sich darauf konzentriert, ihre vorhandenen Gebäude zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Überwiegend mit KfW-Mitteln investierte sie in die Dämmung von Fassaden, in Fenster und Heizungen. „Unsere Mieter können nun bis zu 53 Prozent Energie einsparen“, erzählt der Geschäftsführer. Zudem wirkte die GBO in den vergangenen Jahren an den Projekten Ostpol und Lichtpol im Mathildenviertel mit, wo sie auch ein Studenten-Wohnhaus baute.

Mit dem gestrigen Spatenstich vollführt die GBO einen „kleinen Paradigmenwechsel“, so Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Horst Schneider. „Nach dem umfangreichen Sanierungsprogramm kommt jetzt wieder der Neubau von Wohnungen.“ Dem Haus in der Buchhügelalle 30 mit zehn Wohnungen sollen 64 weitere Mietwohnungen an vier Standorten folgen – allesamt auf bestehenden Grundstücken der GBO. Wo genau, will Männche noch nicht öffentlich machen, bis die Verträge abgeschlossen sind. Zwei verrät er dann doch: An der Andréstraße und an der Taunusstraße. Vor allem letzteres sei ein spannendes Projekt: „Ein 20-Familienhaus, das zu 90 Prozent aus Holz besteht.“ Es entstehe innerhalb von nur drei Monaten und biete ein „besonderes Raumklima“.

Im März 2015 soll das Haus bezugsfertig sein

Trotz all dieser Pläne sieht Männche die GBO nicht als Konkurrenz zum sonstigen frei-finanzierten Wohnungsbau. Der Aspekt des öffentlich-finanzierten Sozialwohnungsbaus sei nach wie wie vor wichtig. „45 Prozent unserer Wohnungen sind noch in der Sozialbindung.“ Es sei dem Engagement der GBO zu verdanken, dass Offenbach „keine sozialen Brennpunkte mehr“ habe. Als Beispiel nennt Männche die Verteilung der Mieter aus der früheren Lohwald-Siedlung über das ganze Stadtgebiet.

Der viergeschossige Neubau auf dem GBO-Erbpachtgrundstück an der Buchhügelallee verfügt über zehn hochwertige Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern zwischen 56 und 87 Quadratmetern und Balkon. Die Mietkosten liegen bei zehn Euro pro Quadratmeter. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 1,49 Millionen Euro, 20 Prozent davon sind Eigenkapital der GBO. „Die Eigenkapitalrendite beträgt fünf Prozent“, so Männche zufrieden.

Einige der Wohnungen sind behindertengerecht und barrierearm mit bodengleicher Dusche ausgestattet. Draußen entstehen eine Kinderspielfläche und zehn Autostellplätze. Das Haus soll im März 2015 bezugsfertig sein.

www.gbo-of.de

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