Pläne und Wünsche für das Viertel

Für ein besseres Nordend

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Auf weißen Fähnchen konnten die Anwohner ihre Verbesserungsvorschläge für das Nordend aufschreiben. 

Offenbach - In mehreren Etappen will die Stadt erfahren, was die Anwohner im Nordend bewegt. Was klappt gut? Wo gibt es Schwierigkeiten? Was sind die Wünsche für das Viertel? Am Samstag wurden beim Bürgerforum auf dem Goetheplatz weitere Anregungen gesammelt. Von Annalena Barnickel

„Wir freuen uns, mit Ihnen Ideen auszutauschen!“, Marion Rüber-Steins von der Stadt Offenbach eröffnet zusammen mit Tobias Kurtz und Frederik Daub vom Planungsbüro „ProjektStadt“ das Bürgerforum „Gemeinsam Ideen für das Nordend entwickeln“ am Goetheplatz und ermutigt die Anwohner, sich weiter für die Neugestaltung ihres Viertels zu engagieren.
Dank öffentlicher Gelder vom Bund und dem Land Hessen konnte die Stadt bereits in einigen Stadtteilen wie zum Beispiel dem Mathildenviertel positive Veränderungen für seine Bewohner bewirken. Seit Ende vergangenen Jahres hat sie das Planungsbüro „ProjektStadt“ beauftragt, für das Nordend ebenfalls in Dialog mit den Bürgern zu gehen, um die bestmöglichen Anregungen fürs Projekt zu bekommen.

„Schließlich wissen die Leute, die hier wohnen, am besten Bescheid, was ihnen fehlt und was noch verbessert werden muss“, gibt Rüber-Steins zu bedenken. „Ohne Zusammenarbeit ist die Kampagne nicht realisierbar. Zum Beispiel hat jemand die mangelnde Beleuchtung nachts beim Hafen kritisiert. Diesem Problem können wir dadurch Aufmerksamkeit schenken.“ Sie sieht neben dem Austausch vor allem die Chance, die Sozialisierung innerhalb des Quartiers anzukurbeln.

Drei große Tische haben die Veranstalter auf dem Goetheplatz errichtet, an denen die Themen: „Wohnung und Wohnungsumfeld“, „Verkehr und öffentlicher Raum“ sowie „soziale Infrastruktur, Kultur und lokale Ökonomie“ diskutiert werden. An jedem dieser drei Stationen befindet sich eine Karte des Nordends mit weißen Fähnchen, auf die Gedanken und Verbesserungsvorschläge geschrieben werden können.

Unter anderem finden sich die Stichpunkte: „Treffpunkte für Frauen“ oder „JUZ aufwerten“. Das JUZ ist tatsächlich einer der Punkte, die bei der Analyse der Projektplaner als positiv herausstachen. „Im Nordend gibt es viel zu wenige Freiräume und Grünflächen“, stellt Tobias Kurtz von „ProjektStadt“ fest. „Die Jugendlichen treffen sich zum Beispiel an informellen Orten zum Fußball spielen, weil der Sportplatz viel zu staubig ist.“ Er berichtet von einer allgemein positiven Resonanz bei den bisherigen Veranstaltungen, wie dem Nordend-Dinner und den verschiedenen Stadtteilrundgängen. Bei Letzterem wurden unter anderem die Mobilitätseinschränkungen im Viertel genauer unter die Lupe genommen.

Erzeugermärktchen im Nordend gestartet: Fotos

Am Tisch für „Verkehr und öffentlicher Raum“ tummeln sich Jugendliche aus dem JUZ im Nordend. Philipp Kuhlenkötter von „ProjektStadt“ bespricht mit ihnen mögliche Verbesserungen ihres Viertels. „Fahrt ihr gerne Fahrrad?“ Allgemeines Nicken in der Runde, und so sprechen sie über die Möglichkeit, aus Einbahnstraßen für Autofahrer allgemeine Straßen für Radfahrer zu machen. Anette Bacher vom Caritasverband regt an, am Hafen Infotafeln aufzustellen, die auf bevorstehende Veranstaltungen hinweisen. „Bisher gibt es wenige Möglichkeiten, mit den Bewohnern im Hafen in Kontakt zu kommen“, bemängelt sie.

Und wie geht es nach dem Forum weiter? „Die endgültigen Ergebnisse werden auf einer Bürgerversammlung präsentiert“, erklärt Rüber-Steins, „anschließend wird ein finales Konzept ausgearbeitet, sodass die Umbauarbeiten im Nordend in etwa 10 bis 15 Jahren abgeschlossen sein können!“

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