Bewegungs-Starthelferin Brigitte Fenn

„Man kann in jedem Alter anfangen“

Offenbach - Wie wichtig Sport ist, ist klar. Wie wichtig er in fortgeschrittenem Alter ist, auch. Dennoch bewegen sich viele Senioren zu wenig. Nicht so Brigitte Fenn aus Offenbach. Von Lena Marie Jörger 

Sie gibt mehrere Fitness-Kurse und berät als „Bewegungs-Starthelferin“ Menschen ab 55 Jahre, die ihren inneren Schweinehund überwinden wollen. „Ich überlege gemeinsam mit den Leuten, welches Sportangebot am besten für sie geeignet ist und gebe Tipps“, erklärt Fenn. Ursprünglich waren die Bewegungs-Starthelfer ein Projekt des Landessportbunds Hessen. „Ziel war es, ältere Leute, die sich noch nie oder wenig bewegt hatten, zu mehr Sport zu animieren.“ Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde das Projekt beendet – Fenn hörte aber nicht auf, sie berät weiterhin Interessierte.

Die 60-jährige Offenbacherin weiß, dass Bewegung gut tut. Das war aber nicht immer so: „In der Schule war ich ein absoluter Sportmuffel. Jahrelang habe ich überhaupt keinen Sport gemacht.“

Heute leitet die Vorsitzende der DJK Sparta Bürgel gleich mehrere Kurse. „Ich bin eher in den Verein hineingerutscht: Eigentlich wollte ich nur beim Fastnachtszug mitlaufen“, gesteht sie schmunzelnd. „Irgendwann bin ich mal in die Gymnastikgruppe gegangen und dabei geblieben.“

Fitnessstudios erleben Zulauf

Brigitte Fenn

Als eines Tages die Kursleiterin aufhörte, machte die damals 45-Jährige kurzerhand den Trainerschein. „Ich bin also ein echter Spätzünder in Sachen Sport, aber genau das ist es: Man kann in jedem Alter anfangen!“ Im Sportkreis Offenbach, zu dem 365 Vereine zählen, lag der Anteil an Vereinsmitgliedern über 61 Jahre 2013 bei etwa 19,3 Prozent, wie aus Statistiken des Landessportbunds hervorgeht. Was die Wahl der Sportart angehe, gebe es aber deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. „Während Frauen eher zu Gesundheits- und Fitnesssportarten tendieren, wollen sich Männer auch im Alter gern noch beweisen, wie fit sie sind, und wählen daher eher Sportarten mit Wettkampfcharakter“, sagt Anna Koch vom Landessportbund.

Neben Vereinen erleben immer mehr Fitnessstudios einen Zulauf an älteren Mitgliedern. „Das liegt unter anderem daran, dass sich die gesellschaftliche Wahrnehmung in Bezug auf Fitnesstraining gewandelt hat“, erklärt Dustin Tusch, Sprecher des Deutschen Sportstudioverbands. „Es ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens, dass Muskeltraining – vor allem im Alter – einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.“ Etwa 17 Prozent der Trainierenden in deutschen Studios seien nach Angaben des Verbands derzeit zwischen 50 und 59, 13 Prozent über 60 Jahre.

„Ab dem 30. Lebensjahr verliert der Mensch ein Prozent Muskelmasse im Jahr“, so Tusch weiter. „Diesem Verlust gilt es möglichst früh entgegenzuwirken.“ Brigitte Fenn sieht das genauso. „Muskeln aufzubauen ist wichtig, um sich zum Beispiel im Falle eines Sturzes abfangen zu können.“ Doch auch für das Wohlbefinden ist mehr Bewegung gut. „Da kann man einfach abschalten und fühlt sich hinterher ausgeglichener.“ artenarbeit zählt für die Expertin im Übrigen nicht als Sport. Sie empfiehlt: „In flottem Tempo gehen und Einbeinstand üben. Das schult den Gleichgewichtssinn.“

Parkour: Spaß am Bewegen

Weitere Informationen unter 069/869223 oder per E-Mail: DrFennTierarzt@aol.com, mehr zum Landessportbund im Internet.

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