Krähensichere Entsorgung

Bisherige Abfallbehälter in Offenbacher Grünanlagen sind nicht mehr geeignet

Die Mülleimer im Hainbachtal quellen über
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Mülleimer im Hainbachtal in Offenbach quillt über

Wo sich am Abend und am Wochenende die Leute treffen, sieht’s tags darauf vielerorts in Offenbach aus, als wäre auf erfolgreiche Vermüllung ein Preis ausgesetzt gewesen. Ein Beispiel ist die Grünanlage am Hainbachtal. Die Papierkörbe sind überfüllt, um die Sitzbänke herum sind Verpackungen, Papier und Getränkebecher verstreut.

Für eins sind die Menschen in Haftung zu nehmen: Sie versorgen sich beim nahe gelegenen Fleischklops-Brater oder beim Pizza-Lieferdienst. Der Schnellfraß ist opulent eingepackt, Pappe oder Kunststoff sollen ortsnah entsorgt werden – also in den Papierkörben. Die sind jedoch für solche Mengen kaum ausgelegt und quellen bald über. „Pizzakartons sind die Pest“, sagt eine Sprecherin des Stadtdienstleisters ESO, der die Sauerei beseitigen muss und damit nicht immer nachkommt.

Aber es sind nicht nur die Menschen, auch andere Zweibeiner tragen ihren Teil zum unschönen bis ekligen Anblick bei: Findige Krähen leeren auf der Suche nach Nahrungsresten die vollen Abfallbehälter, indem sie die Mülltüten herausziehen und so für flächendeckende Bodenverschmutzung sorgen.

Die Stadt musste reagieren: Die derzeitigen Papierkörbe in der städtischen Grünanlage sind von Größe und Typ nicht mehr darauf ausgelegt, den modernen Herausforderungen gerecht zu werden.

Und es wird sich etwas ändern. Der ESO, in Abstimmung mit der Stadt und auch deren Abteilung für Stadtgestaltung, hat sich für neue Modelle entschieden.

Behälter mit händisch zu öffnenden Deckeln kamen, weil unhygienisch, nicht in Frage. So besitzen die Neuanschaffungen ovale Öffnungen, die es den Vögeln erschweren, an die Beute zu gelangen.

Menschen stellen sie allerdings vor die Aufgabe, zu große Verpackungen vorher zu falten – ob dies erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

Die künftigen Gefäße aus Metall sind auch deutlich größer als die bisherigen, sie fassen 70 statt wie dies bisherigen nur 45 Liter. Herausnehmbare Inneneimer nehmen nun den Unrat auf; dass keine leicht zu packenden Mülltüten mehr gebraucht werden, verdirbt den Krähen den Spaß am Fleddern. Ein integrierter Aschenbecher sollte sich auch als vorteilhaft erweisen, indem weniger Kippen als bisher herumliegen.

Die Behälter für den Hainbach sind bestellt, wann sie installiert werden, hängt von der Lieferzeit der Firma ab. Der ESO geht von zwei bis drei Wochen aus.

Ein vorgelagertes Problem der Verschmutzung anzugehen, könnte nun die Aufgabe der städtischen „Stabsstelle Sauberes Offenbach“ sein: Gespräche mit denen zu führen, die die für die Allgemeinheit teure Verpackungsflut verantworten. Beispielsweise könnten sich die örtlichen Anbieter von Mitnehm-Essen an der Finanzierung der nicht billigen Behälter (Preise sind momentan nicht bekannt) beteiligen. (Thomas Kirstein)

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