Kommunalwahl

Björn Höcke wieder als Redner der AfD vorm Offenbacher Rathaus angekündigt – Gegenproteste erwartet

Björn Höcke.
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Björn Höcke wurde wieder als Redner der AfD vor dem Rathaus in Offenbach angekündigt.

Der rechtsextreme Politiker Björn Höcke ist schon einmal als Besucher der AfD in Offenbach angekündigt worden. Jetzt ist sein Auftritt wieder in der Nähe eines Mahnmals für NS-Opfer geplant.

Offenbach – Was mancher im Rathaus befürchtete, ist nun Wahrheit geworden: Die Offenbacher AfD hat nun erneut eine Veranstaltung mit dem rechtsextremen thüringischen Politiker Björn Höcke angemeldet.

Eigentlich war bereits für Freitag, 12. Februar, der Auftritt des Rechtsaußen angekündigt, doch einen Tag zuvor meldete die Partei diesen wieder ab. Ein breites Bündnis aus Gegendemonstranten protestierte dennoch gegen Hass und Hetze in der Stadt.

Björn Höcke in Offenbach: Platzwahl der AfD sorgt weiter für Empörung

Nun wagt Höcke einen erneuten Versuch*, in Offenbach zu sprechen: Für Donnerstag, 4. März, ab 13.30 Uhr ist sein Auftritt angemeldet – und erneut ist dafür der Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus in direkter Nachbarschaft zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus vorgesehen. Die Platzwahl sorgte schon vor zwei Wochen für Empörung, zumal es für Kundgebungen weitaus geeignetere Plätze in der Stadt gibt.

Das Rathaus in Offenbach an der Berliner Straße. Vor dem Gebäude soll am 4. März der rechtsextreme AfD-Politiker Björn Höcke sprechen.

Eine Verlegung oder ein Verbot der Veranstaltung ist jedoch mit hohen rechtlichen Hürden versehen, hatte Ordnungsdezernent Peter Freier zuletzt betont. Um das Mahnmal zu schützen, sollte dieses bereits bei der ersten Anmeldung eingehaust werden. Wie Stadtsprecher Fabian El Cheikh sagt, ist dies auch für den 4. März geplant. Unklar ist noch, ob das Rathaus an diesem Tag wieder komplett geschlossen wird – für den 12. Februar war dies aus Sicherheitsgründen vor dem vom Verfassungsschutz beobachteten Politiker und seiner Entourage vorgesehen.

Bündnis gegen Rechts: Initative in Offenbach ist bereit für eine zweite Gegendemonstration

Das Bündnis „Bunt statt braun in Stadt und Kreis Offenbach“ hat bereits angekündigt, wieder gegen den Aufmarsch der AfD demonstrieren zu wollen. Auf der Berliner Straße, die für diesen Zweck zwischen Marktplatz und Kaiserstraße gesperrt wird, und im Büsingpark sollen sich die Gegendemonstranten unter Beachtung der Abstandsregeln versammeln. Zu den Rednern der Demonstration gegen Hass und Hetze wird auch Oberbürgermeister Felix Schwenke gehören, wie das Bündnis ankündigt. Der Zugang zur Gegenkundgebung von „Bunt statt braun“ erfolgt über die Kaiserstraße und die Verbindung vom Stadthof zur Berliner Straße, über die Herrnstraße soll der Zugang zur AfD-Veranstaltung geregelt werden.

Viel Erfolg hatte braunes Gedankengut in Offenbach bisher nicht: Die Schimpftiraden des AfD-Politikers Alexander Gauland vor knapp 20 Anhängern gingen 2017 im Pfeifkonzert der Gegendemonstration unter. (Frank Sommer) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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