Offenbach blutet zu wenig

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Kleiner Pieks, große Wirkung: Nicht nur für Patienten, die auf die Blutkonserven angewiesen sind, ist das Blutspenden eine gute Sache. Auch die Gepieksten profitieren davon, denn bei jeder Spende erhalten sie beim DRK einen kostenlosen Gesundheitscheck.

Offenbach ‐ Ein kleiner Piekser und zehn Minuten lang liegen. So einfach ist es, Blut zu spenden. Dennoch scheuen sich viele, ihr Blut abzugeben. Von Georg Buschmann

Im vergangenen Jahr wurden in Offenbach insgesamt 636 Liter Blut an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gespendet, so Eric Max vom Blutspendedienst des DRK Baden-Württemberg-Hessen. Aber allein das Uni-Klinikum Offenbach verbrauchte etwa 2000 Liter des kostbaren Lebenssafts. Auch das Ketteler-Krankenhaus Offenbach benötigt im Jahr zwischen 400 und 800 Liter, so Laborleiterin Silvia Ungermann.

Damit trotzdem immer genug Blut da ist, gleichen die ländlichen Gebiete in Hessen und Baden-Württemberg das Offenbacher Defizit aus. „Dort wird mehr Blut gespendet als verbraucht, weil es kaum Krankenhäuser gibt“, sagt Max. Das überschüssige Blut fließt dann über die Blutspendezentrale Frankfurt in Nehmer-Städte wie Offenbach. Momentan sei die Versorgungslage in der Region „ganz gut“, so Max weiter.

Im Sommer wird fast immer das Blut knapp

In den Sommermonaten ist das Blut jedoch fast immer knapp. Diese Erfahrung macht auch Silvia Ungermann jedes Jahr. „Die Situation ist dann katastrophal, weil viele Leute im Urlaub sind und nicht zum Spenden gehen.“ Daher ist es wichtig, dass Reserven angelegt werden. „Wir haben im Durchschnitt 250 Blutkonserven vorrätig“, sagt die Pressesprecherin des Klinikums Offenbach, Marion Band.

Gebraucht werden die lebensrettenden Konserven in erster Linie für die Behandlung von Krebspatienten. Am Ketteler-Krankenhaus macht sie circa zwei Drittel des Bedarfs aus. Aber auch bei Notfall-Operationen kommt das Blut zum Einsatz. Auf der Kinderintensivstation des Klinikums Offenbach wird es außerdem bei Frühgeburten verwendet, so Band.

Nächste Blutspende: am 8. März

Für 2011 rechnet Eric Max mit etwa 1000 Litern gespendetem Blut in Offenbach. Deutlich mehr als im vergangenen Jahr. „Wir haben für dieses Jahr mehr Spendentermine angesetzt, weil zu wenig gespendet wird.“ Dabei sei eine Blutspende auch für den Spender eine gute Gelegenheit: „Das Blut wird auf Hepatitis, HIV und Malaria untersucht.“ Die Untersuchungsergebnisse können angefordert werden. Zudem erhalte man einen Blutspendeausweis. „Der sagt, dass der Spender gesund ist und wieder spenden gehen kann.“

Eine Blutspende ist im wahrsten Sinne des Wortes ein kostbares Gut. Einen halben Liter Blut abzuzapfen, zu untersuchen und zu lagern koste das DRK etwa 105 Euro, so Max. Die Krankenhäuser bezahlen für eine 250 Milliliter große Blutkonserve ab 80 Euro. Für den Patienten seien Blutkonserven aber noch einmal etwas teurer, da auch die Krankenhäuser sie noch lagern und untersuchen, so Ungermann.

Die nächste Gelegenheit, in Offenbach Blut zu spenden, gibt es am 8. März. Im Seniorenzentrum am Hessenring zapft der Blutspendedienst der Uni-Klinik Mainz im Auftrag des Klinikums Offenbach Blut ab. Von 14 bis 18 Uhr können die Spender sich dort pieksen lassen.

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