100 Kräfte im Einsatz

„Absolutes Katastrophen-Szenario“: Wohnhaus in Offenbach in Brand

Hundert Einsatzkräfte im Hinterwaldweg: Der Zugführer erhöhte aufgrund der dramatischen Lage sofort die Alarmstufe, da dort 26 Personen osteuropäischer Herkunft gemeldet sind. Geschätzter Schaden: 100. 000 Euro.
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Hundert Einsatzkräfte im Hinterwaldweg: Der Zugführer erhöhte aufgrund der dramatischen Lage sofort die Alarmstufe, da dort 26 Personen osteuropäischer Herkunft gemeldet sind. Geschätzter Schaden: 100. 000 Euro.

Das ist gerade noch einmal gut gegangen: Zwei Personen wurden bei einem Kellerbrand am Montagnachmittag (03.08.2020) auf der Rosenhöhe leicht verletzt. Ein „nur“ ist hinzuzufügen, da in dem Gebäude 26 Personen osteuropäischer Herkunft gemeldet sind.

Offenbach – Dieser Umstand sorgt gegen 17 Uhr dafür, dass der Zugführer umgehend die Alarmstufe erhöht. Am Ende sind rund hundert Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz involviert.

„Absolutes Katastrophen-Szenario.“ So beschreibt ein Anwohner das, was sich bis in den Abend in dem gut situierten Wohngebiet mit mehrheitlich Ein- und Zweifamilien-Häusern abspielt. Zur Ausgangslage: Bei Eintreffen der Feuerwehr im Hinterwaldweg dringt bereits dichter Qualm aus allen Geschossen des Hauses mit ausgebautem Dach. Der Keller steht komplett in Brand. Als die Wehrleute das Gebäude betreten, kommen ihnen drei Menschen entgegen.

Der Rettungsdienst übernimmt sie. Zwei Personen müssen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, eine Hochschwangere wird vorsorglich in eine Klinik transportiert. Zu diesem Zeitpunkt ist unklar, wie viele Leute sich überhaupt in dem Gebäude befinden. So wird eine Person im Keller vermutet, da auch dort Schlafplätze angelegt sind. Daher beordert die Leitstelle weitere Kräfte in den Hinterwaldweg – die drei Freiwilligen Feuerwehren der Stadt sowie ein Löschzug der Berufsfeuerwehr Frankfurt.

Glücklicherweise stellt sich im weiteren Einsatzverlauf heraus, dass sich keine weiteren Menschen im Gebäude aufgehalten haben. Sechs Bewohner, die bereits vor Eintreffen der Feuerwehr das Gebäude verlassen haben, sind bei Bekannten untergekommen. Den im Souterrain Vermuteten gibt es nicht, alle anderen sind derzeit zum Heimaturlaub in Rumänien.

„Feuer unter Kontrolle“ meldet der Zugführer um 17 Uhr, „Feuer aus“ um 18.30 Uhr. Die Versorgungsunternehmen trennen das Gebäude von der Strom- und Gaszufuhr. Dann übernimmt die Kriminalpolizei, ermittelt nun die Brandursache. Möglicherweise wird auch die Bauaufsicht tätig, da die gemeldete Personenzahl auf den ersten Blick nicht zu einem Zweifamilien-Haus passt. Die Nachbarn hingegen dürften sich sehr wohl an frühere Schlagzeilen und Einsätze erinnern.

Im zartgelb getünchten Haus bieten 2016 offenbar Prostituierte ihre Dienste an. Weil Nachbarn sich beschweren, greifen die Behörden ein. 2018 ist das Anwesen erneut in den Schlagzeilen: „Ein Paradies für Ratten“, titelt unsere Redaktion. „Mit aller Konsequenz“ gehe das Ordnungsamt nun gegen die unhaltbaren Zustände auf dem Grundstück vor, heißt’s später in einer Pressemitteilung. Das hat wohl lediglich die Nager betroffen. (Martin Kuhn)

Feuerwehren aus dem ganzen Kreis Offenbach mussten zur Löschung eines Waldbrandes in der Nähe von Schloss Philippseich bei Götzenhain ausrücken.

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