Umweltamt will Natur- und Klimaschutz voranbringen

Mehr Wasser in die Auen

Der Mainbogen würde sein Gesicht verändern, wenn das Auenprojekt umgesetzt wird. Maßnahmen sind innerhalb der gelb umrandeten Flächen geplant. - Foto: p Im Mainbogen zwischen Bürgel und Rumpenheim sollen rechtliche Vorgaben zu Natur- und Klimaschutz umgesetzt werden. Das Umweltamt hofft dabei auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Offenbach - Es ist bislang ein eher zartes Pflänzchen auf dem rechtlich vorgegebenen Weg zu mehr Natur- und Klimaschutz: Zur Umsetzung der seit dem Jahr 2000 geltenden Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen die Auen im Mainbogen zwischen Bürgel und Rumpenheim ihr Gesicht verändern. Von Matthias Dahmer

Auf 2,5 bis 3 Millionen Euro, die komplett über Fördermittel abgedeckt würden, schätzt Ute Habelt vom Umweltamt das, was derzeit als eine per Grundsatzbeschluss vom Magistrat festgeklopfte Idee vorliegt.

„Auenprojekt Mainbogen Offenbach“ heißt das Vorhaben, für dessen Umsetzung sich Ute Habelt und Heike Hollerbach, Chefin des Umweltamts, eine breite Akzeptanz in der erholungssuchenden Bevölkerung im allgemeinen und bei den betroffenen Grundstücksbesitzern im besonderen wünschen.

25 Hektar dauerhaft unter Wasser setzen

Das Projekt, das unabhängig von den Deichbau-Arbeiten zu sehen ist, hat zwei Schwerpunkte. Der einschneidendste betrifft die sogenannte Flutmulde, die sich von der Bürgeler Hunderennbahn bis fast in Höhe des Rumpenheimer Reitplatzes erstreckt (auf dem Bild die große, gelb umrandete Fläche) und bei Hochwasser regelmäßig vollläuft. Geplant ist, via Anbindung an den Main diese etwa 25 Hektar dauerhaft unter Wasser zu setzen.

Man wolle damit die „Schwamm-Wirkung“ der Aue sowohl bei Hochwasser als auch bei Trockenheit zur Grundwasseranreicherung nutzen, erläutern Habelt und Hollerbach. Es werde allerdings kein Sumpf entstehen. Für das dortige Ackerland müsse ein Flurbereinigungsverfahren in Gang gesetzt werden. In einem zweiten Schritt könnten auch die Wege in dem Areal besser ausgebaut werden.

Der zweite Schwerpunkt liegt bei der sogenannten Floßgasse unterhalb des Rumpenheimer Reitplatzes (kleine, gelb umrandete Fläche). Auf etwa 100 Metern soll der Fuß- und Radweg um 100 Meter versetzt und das Ufer abgeflacht werden, damit ein Gewässer-Biotop entsteht. Aufgrund einer vorhandenen Mauer im Main ist das Gewässer vor den Wellen der Schiffe geschützt.

Was die abschnittsweise Umsetzung des Projekts angeht, rechnet das Umweltamt mit den Jahren 2016 bis 2020. Zuvor gilt es, rechtliche Vorgaben abzuarbeiten und nicht zuletzt die Öffentlichkeit zu beteiligen.

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