Snoopy schnüffelt lieber

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Viele Besitzer rannten selbst mit beim Jeder-Hund-Rennen auf der Bürgeler Windhundbahn.

Bürgel - Ob Schäferhund, Dobermann, Spitz oder Golden Retriever: Die Bürgeler Windhund-Rennbahn war am Sonntag ein wahres Hundeparadies. Von Johannes Vetter

Verschiedene Futtersorten, raffinierte Leckerlis, Fressnäpfe jeglicher Couleur, Spielzeug, dazu Hundemäntel für den kommenden Winter, Halsbänderkollektionen, Schmuck und ein professioneller Hundefotograf – für jeden war etwas dabei. Das Ganze dazu bei bestem „Hundewetter“ – für die langhaarigen Rassen nicht zu warm und trotzdem sonnig und einladend, um sich im Gras zu fläzen oder eben ein bisschen zu rennen. Und darum ging es ja eigentlich beim nunmehr siebten Jeder-Hund-Rennen des Clubs für Windhundrennen Frankfurt (CWF).

Wie der Name der Laufbahn schon verrät: Normalerweise hetzen dort Windhunde mit hohem Tempo über die Gras- und Sandstrecke. Wenn jeder Hund rennt, geht es weniger hektisch zu. Snoopy, der nicht nur so heißt wie der Vierbeiner einer erfolgreichen Cartoonserie, sondern auch so aussieht, ist mit seinen kurzen Beinen ganz offensichtlich kein Rennhund.

Eine Bestzeit ist Snoppy wohl nicht gelaufen

Der „Hasenzug“, eine motorbetriebene Apparatur aus Stofffetzen und Hasenfell, die vor den Hunden her gezogen wird, scheint ihn wenig zu motivieren, die 100 Meter im Vollsprint zurückzulegen. Daher hat sich sein Frauchen Janina Piringer auf der Ziellinie positioniert. Nur mit Zurufen und Handbewegungen kann sie ihren Hund dazu bewegen, nicht bei den Zuschauern an der Bahn stehenzubleiben. Eine Bestzeit ist Snoppy wohl nicht gelaufen, doch sein Frauchen ist zufrieden: „ Er ist sowieso der Beste, egal was er tut“, so die 33-Jährige. Hundesportliche Ambitionen hat sie keine –wie die allermeisten an diesem Tag.

Jeder-Hund-Rennen in Bürgel

Jeder-Hund-Rennen in Bürgel

„Die Hunde sollen ihren Spaß haben“, erklärt Anja Hofmann, die Organisatorin der Veranstaltung. 118 Hunde wurden für den diesjährigen Lauf angemeldet, etwa genauso viele wie im vergangenen Jahr. Mit den Vierbeinern kamen zirka 300 Gäste. Hofmann betont, dass der CWF mit diesem Rennen keinerlei kommerzielle Interessen verfolge. „Es geht darum, dass auch andere Hunde einmal Windhund-Rennbahnluft schnuppern können“, erläutert die 38-Jährige. Die Veranstaltung sei einzigartig im Rhein-Main-Gebiet, bekräftigt sie.

Helmut Thronicker aus Frankfurt ist nicht zum ersten Mal dabei. Er würde sich mehr Veranstaltungen dieser Art in der Region wünschen. Seine Lea ist zwar schon acht Jahre alt – Höchstalter für die Startberechtigung –, trotzdem will er sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen. Zur Motivation läuft der 71-Jährige gleich mit und ist am Ende sehr zufrieden mit der Leistung seines Golden Ret-rievers, dem schließlich der Ruf des „weltmeisterlichen Couch-Liegens“ vorauseile. „Für mich hat sie in ihrer eigenen Altersklasse einen der vorderen Plätze erreicht“, so Thronicker zum Lauf, der über 20 Sekunden dauerte. Zum Vergleich: Windhund Elvis, schnellster Hund des Tages, legte die Strecke in 6,96 Sekunden zurück.

Wie schon in den vergangenen Jahren hatten wieder mehrere Tierschutzorganisationen Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Anja Giesen von der Tierschutzinitiative Berga kann zwar „mit Hundesport grundsätzlich nichts anfangen“. Trotzdem lobt sie die „wirklich gute Stimmung“ am Rande des Rennens und nutzte die Veranstaltung, um auf den für sie vielfach katastrophalen Umgang mit Hunden in Spanien aufmerksam zu machen.

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