Neuwagen online zulassen

Bürgerbüro wird jetzt noch digitaler - Neuwagen online zulassen

Zufrieden mit dem technologischen Fortschritt präsentieren Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs und Bürgermeister Peter Freier die neuen Online-Dienstleistungen der Stadt. Das Kfz-Kennzeichen bleibt indes analog. Foto: Meidel
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Zufrieden mit dem technologischen Fortschritt präsentieren Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs und Bürgermeister Peter Freier die neuen Online-Dienstleistungen der Stadt. Das Kfz-Kennzeichen bleibt indes analog.

Die Digitalisierung des Bürgerbüros schreitet voran: Seit 1. Oktober können Neuwagen erstmals online zugelassen werden. Nun hat die Stadt den Service offiziell vorgestellt und eine erste Zwischenbilanz zur bisherigen Nutzung der Online-Dienste im Bürgerbüro gezogen.

Offenbach – Wer eine Zulassung für seinen Neuwagen braucht oder die Umschreibung eines Fahrzeugs auf einen neuen Halter, kann sich den Weg ins Bürgerbüro künftig sparen. Dank des bundesweiten Digitalisierungsprojektes „i-kfz“ kann das seit 1. Oktober online erledigt werden (wir berichteten).

In einer wachsenden Stadt wie Offenbach ist das fürs Bürgerbüro eine enorme Entlastung, wie dessen Amtsleiterin Martina Fuchs und Bürgermeister Peter Freier gestern bei der offiziellen Vorstellung der Online-Dienstleistung betonen. „Alles, was Land oder Bund möglich machen, wird bei uns im Bürgerbüro umgesetzt“, unterstreicht Freier den städtischen Fortschrittswillen.

Außer Betrieb lassen sich Fahrzeuge bereits seit 2015 im Internet setzen, seit zwei Jahren sind auch Wiederzulassungen online möglich. Um das Kfz-Zulassungsportal zu nutzen, das die Stadt auf www.offenbach.de zur Verfügung stellt, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. So benötigt man eine relativ neue Art von Fahrzeugpapieren, die das Bürgerbüro seit 2015 ausstellt. Diese Verfügen über ein Feld, das – einem Rubbellos nicht unähnlich – freigelegt werden muss, damit ein Sicherheitscode zum Vorschein kommt und die Papiere ungültig werden. Werden Daten falsch eingegeben, ist der TÜV abgelaufen oder bestehen Steuerrückstände, wird der Vorgang im Internet abgebrochen und kann nur persönlich im Bürgerbüro in der Kaiserstraße 39 erledigt werden.

„Ich habe am Dienstag mit unserem Rechenzentrum telefoniert – die sagten mir, es hätten sich bereits mehr als 100 Leute den Service angeschaut“, sagt Martina Fuchs. „Ich kann mir aber vorstellen, dass viele noch am ersten Schritt, der Identifizierung, gescheitert sind.“ Für diese benötigt man nämlich einen Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion. Hinter diesem Begriff verbirgt sich Folgendes: Mithilfe eines Computerchips, der seit 2017 in alle Personalausweise eingebaut wird, soll dessen Besitzer sich nicht nur im persönlichen Kontakt, sondern auch im Internet ausweisen können. Dafür braucht man eine persönliche PIN-Nummer, die man bei der Ausstellung des Ausweises zusammen mit dem Dokument erhalten hat.

„Ich glaube, dass die Leute jetzt nach und nach anfangen werden, bei uns aufzuschlagen und die PIN neu zu setzen, damit sie das Ding auch benutzen können“, so Fuchs.

Zur bisherigen Nutzung der Online-Dienstleistungen im Bürgerbüro legt die Stadt Zahlen vor. Im Zeitraum vom 1. Januar dieses Jahres bis 31. August verzeichnete das Amt 1947 genutzte Dienstleistungen im Bereich Bewohnerparken, die im persönlichen Kundenkontakt getätigt wurden. Zum Vergleich: 5146 Offenbacher nutzten den gleichen Service in dieser Zeit online. Gut 72 Prozent aller Anmeldungen oder Verlängerungen von Bewohnerparkausweisen wurden also im Internet getätigt. Knapp sieben Prozent der etwas mehr als 3000 ausgestellten Meldebescheinigungen holten sich die Bürger online, knapp 16 Prozent der mehr als 9000 Meldeauskünfte wurden per Internet erteilt. Zusammengerechnet macht die Zahl der online in Anspruch genommenen Dienstleistungen im bisherigen Jahr 2019 15,3 Prozent aller Kunden-Interaktionen aus.

Dabei soll es nicht bleiben. Für kommendes Jahr plant man im Bürgerbüro, das Service-Portfolio zu erweitern. Markus Eck, stellvertretender Leiter des Amtes, weiß schließlich, das neue Herausforderungen anstehen: „Ende 2020 werden wir auch Aufenthaltstitel für EU-Bürger ausstellen, das wird eine Aufgabe der Bürgerbüros. Da kommen dann mehrere 10 000 neue Kunden auf uns zu, die einen Ausweis haben wollen.“ Martina Fuchs prophezeit: „Wir werden in den nächsten zwei, drei Jahren in einer permanenten Verschiebung von persönlichem Kundenkontakt zu digitalen Angeboten sein.“

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