Rechtsweg nicht ausgeschlossen

Bürgerinitiative „Natür(lich) Bieber-Waldhof“ gründet Baugegner-Verein

Das geplante Baugebiet Waldhof-West ist nach wie vor umstritten.
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Das geplante Baugebiet Waldhof-West ist nach wie vor umstritten.

Die Bürgerinitiative „Natür(lich) Bieber-Waldhof“ sträubt sich nach wie vor gegen eine Bebauung von Waldhof-West.

Bieber – Die Bürgerinitiative „Natür(lich) Bieber-Waldhof“ sträubt sich nach wie vor gegen eine Bebauung von Waldhof-West. Mit einem neu gegründeten Verein will die Gruppe, die eigenen Angaben zufolge inzwischen 200 Mitglieder fasst, nun gegen die städtischen Pläne vorgehen. Als Vorstand des Vereins wählten die Mitglieder die früheren SPD-Stadtverordneten Andrea Rupp und Peter Janat, die auch Sprecher der Bürgerinitiative selbst sind.

„Der Verein dient als Ergänzung zur nach wie vor bestehenden und aktiven Bürgerinitiative“, heißt es in einer Mitteilung der BI. „Der Hauptvorteil in der Gründung besteht darin, dass es sich bei einem Verein um eine juristische Person handelt. Als solche kann der Verein Klagen einreichen und in Grundbücher eingetragen werden.“ Peter Janat zufolge bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Stadt kommen muss. Für eine Möglichkeit hält er es jedoch durchaus. Janat: „Die Zukunft wird zeigen, ob wir diese Instrumente tatsächlich nutzen müssen, um unsere Ziele] zu erreichen. Noch setzen wir auf die Einsicht der politisch Handelnden.“ Die Vereinsgründung zeige aber die Entschlossenheit der Bebauungsgegner.

In der letzten Sitzung der BI ging’s allerdings nicht nur um den Verein. Auch der Beschluss des Regionalparlaments Südhessen, dass Kaltluftentstehungsgebiete künftig nicht mehr bebaut werden dürfen, wurde hitzig diskutiert. Die BI-Mitglieder ärgern sich über die Aussage von Baudezernent Paul- Gerhard Weiß (FDP), bei dem für die Bebauung vorgesehenen Teil des Areals handle es sich nicht um ein Kaltluftentstehungsgebiet – auch wenn das Regierungspräsidium Darmstadt Weiß im Dezember diesbezüglich zustimmte. „Diese Aussage ist schlicht falsch“, sagen Rupp und Janat in ihrer Mitteilung. „Wie schon mehrfach seitens der BI betont, ist das Gebiet in der Klimafunktionskarte der Stadt als Kategorie 1 – ‘sehr wichtig, erhalten und schützen’ – klassifiziert.“ Viele Mitglieder fühlten sich bei solchen Aussagen nicht ernstgenommen.

„Die Stadt Offenbach agiert in diesem Zusammenhang immer widersprüchlicher“, meint Andrea Rupp, Sprecherin der BI. „Einerseits brüstet sie sich mit Preisen, welche im Zuge von Klimaschutzprojekten gewonnen wurden. Die regierende Koalition bringt Anträge unter dem Titel ‘Klimafreundliche Stadt’ zum Verbot von Schottergärten in die Stadtverordnetenversammlung ein. Auf der anderen Seite würde mit der Bebauung von Waldhof-West der größte Schottergarten Offenbachs entstehen. Das muss und wird von uns im Sinne aller Offenbacher verhindert werden.“ Rupp und Janat fordern: „Das Gebiet ist im Flächennutzungsplan als das zu führen, was es auch ist: Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und eine aus Gründen des Natur- und Artenschutzes bedeutsame Fläche!“

Die BI „Natür(lich) Bieber-Waldhof“ plant für den Lauf des Jahres mehrere Aktionen, um Mitstreiter zu gewinnen. So sind verschiedene Informationsstände sowohl in Bieber als auch in anderen Teilen Offenbachs geplant. Darüber hinaus will die BI die Rathaus-Parteien zu Rundgängen durch das Gebiet und Diskussionen einladen.

Nächster Termin ist eine Gesprächsrunde mit Peter Janat am Sonntag, 19. Januar, um 15 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Weikertsblochstraße 58. Interessierte sind willkommen. VON MARIAN MEIDEL

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