Flugroutenverlagerung

„Kriegserklärung an Offenbach“

Offenbach - Bürgermeister Peter Schneider wehrt sich gegen Versuche aus Raunheim, die sogenannte Rückenwindkomponente zu erhöhen und noch mehr Flüge über Offenbach zu verlagern.

Nach dem Luftverkehrshandbuch wird gegen den Wind gestartet und gelandet. Die fragliche Regelung am Frankfurter Flughafen hebelt dieses Prinzip aus, fünf Knoten von hinten werden akzeptiert. Zu Gunsten von Westgemeinden, zu Lasten Offenbachs, das nach den überwiegenden Windverhältnissen eigentlich weniger Überflüge erdulden müsste.

Am Wochenende forderte die Bürgerinitiative Raunheim, dass eine diskutierte Erhöhung von fünf auf sieben Knoten sofort, eine weitere auf zehn Knoten langfristig umgesetzt werden müsse. Für Schneider, der eine Rückenwindkomponente generell ablehnt, kommt schon eine Anhebung auf sieben Knoten nicht in Frage: „Zehn Knoten wäre eine Kriegserklärung an Offenbach.“

Alle Artikel zum Flughafen Frankfurt in unserem Stadtgespräch

Die Stadt werde dagegen gerichtlich vorgehen, wobei dann auch die derzeit geltende Regelung zu prüfen wäre. Der Bürgermeister hat zwar Verständnis für Bemühungen um Entlastung: „Aber von der Stadt Offenbach, wo 80 Prozent des Gebiets der Siedlungsbeschränkung unterliegen und ein dauerhafter Lärmteppich die Gesundheit gefährdet, kann kein Mensch ernsthaft erwarten, dass sie dies klaglos hinnimmt.“ Und während der Westen nur Anfluglärm habe, habe der Osten auch Abfluglärm.

tk

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare