Bundesnotbremse

Corona in Offenbach: Lockerungen hätten schon früher kommen müssen

Offenbach darf die Bundesnotbremse verlassen. Das hätte aber schon früher passieren können.
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Offenbach darf die Bundesnotbremse verlassen. Das hätte aber schon früher passieren können.

Offenbach darf endlich lockern. Würde das RKI nicht mit veralteten Zahlen rechnen, hätte die Stadt die Bundesnotbremse jedoch schon eher verlassen können.

Offenbach – Nach den wochenlangen strengen Corona-Beschränkungen können die Menschen in Offenbach langsam aufatmen. Am Sonntag (30.05.2021) kann die Stadt die Bundesnotbremse verlassen und einige Lockerungen durchführen. Dies hätte jedoch schon früher stattfinden können, wenn das Robert Koch-Institut (RKI) die Inzidenzen in Hessen auf Basis aktueller Zahlen berechnen würde.

Erst, wenn die 7-Tage-Inzidenz in Städten und Kreisen fünf Tage in Folge unter 100 liegt, gilt die deutschlandweit beschlossene Notbremse nicht mehr. Dann werden Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, die Außengastronomie darf starten und Kinder können wieder die Schule besuchen. Wie Hessenschau nun berichtet, hätte das in Offenbach schon sechs Tage früher passieren können.

Lockerungen: Offenbach seit 2019 deutlich gewachsen

Demnach berechnet das RKI die Inzidenz in der Stadt mit 130.000 Einwohnern. Dabei handelt es sich jedoch um den Stand von 2019. Seitdem ist Offenbach ein ganzes Stück gewachsen: Rund 140.000 Einwohner sollen inzwischen in der Stadt leben. Würde das RKI diese Zahl für die Feststellung der Inzidenz heranziehen, wäre sie um etwa sieben Prozent niedriger. Für die Bundesnotbremse hätte das einen entscheidenden Unterschied gemacht, da Offenbach zeitweise nur knapp über 100 lag.

Der Leiter des Gesundheitsamtes in Offenbach, Bernhard Bornhofen, machte das RKI nach eigenen Angaben auf die veralteten Zahlen aufmerksam. Da das RKI jedoch bei der Berechnung der 7-Tages-Inzidenz bundeseinheitlich vorgehen müsse, verwenden sie die zuletzt veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik vom 31. Dezember 2019.

Corona-Lockerungen: Neben Offenbach auch andere Städte betroffen

Neben Offenbach kritisierte auch Wiesbaden diese Vorgehensweise. Die RKI-Werte sollen dort um rund 4,5 Prozent höher sein, als sie es wären, wenn das Institut die aktuellen Einwohnerzahlen von 2021 verwenden würde. Frankfurt, Darmstadt und Kassel dagegen halten das Vorgehen des RKI für angemessen – obwohl auch diese Städte in der Vergangenheit deutlich gewachsen sind. (tt)

Auch wenn die Bundesnotbremse früher hätte verlassen werden können, ist die Freude über die Lockerungen besonders unter Gastwirten groß. Auch das Bürgeler Bootshaus wird seine Pforten für Gäste ab Montag (31.05.2021) öffnen.

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