Für die Pflege

Caritas wünscht sich eine Heimfinder-App

Nordrhein-Westfalen führt eine „Heimfinder-App“ ein, mit dem flächendeckend und tagesaktuell freie Pflegeplätze angezeigt werden. Könnte das auch ein Weg für Hessen sein?
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Nordrhein-Westfalen führt eine „Heimfinder-App“ ein, mit dem flächendeckend und tagesaktuell freie Pflegeplätze angezeigt werden. Könnte das auch ein Weg für Hessen sein?

Nordrhein-Westfalen führt eine „Heimfinder-App“ ein, mit der flächendeckend und tagesaktuell freie Pflegeplätze angezeigt werden. Pflegeheime werden dazu verpflichtet, täglich ihre freien Plätze in eine Datenbank einzugeben.

Offenbach –Betroffene können sich ganz leicht darüber informieren, wo ein Platz verfügbar ist. Ein Vorbild für Hessen? Nachgefragt bei Michael Klein, Caritas-Direktor in Offenbach.

Braucht Hessen auch so eine App?

Wenn sie durch eine offizielle Landesstelle eingeführt wird, und nicht ein kommerzieller Anbieter dahinter steht, befürworten wir ganz klar diese Möglichkeit. Es ist aus unserer Sicht und aus Sicht der betroffenen Menschen schon lange überfällig eine einfache digitale Suche nach Heimplätzen einzuführen.

Hessen setzt vor allem auf Hilfsangebote durch die Pflegestützpunkte. Hat sich das bewährt?

Das System der Pflegestützpunkte ist zwar eingeführt, aber aus unserer Sicht nicht ausreichend. Erstens fehlen die Kapazitäten für eine flächendeckende Beratung und zweites wird oft nicht individuell genug beraten. Viele detaillierte Anfragen landen deshalb in unseren Beratungsstellen oder bei den Mitarbeitern der Caritas-Sozialstationen. Mit diesen vielen Anfragen sind wir dann einfach überlastet, da wir ja bereits unsere Kunden eingehend und unterstützend beraten. Gerade weil die gesetzliche Lage zu den verschiedenen Anspruchsmöglichkeiten der Pflegbedürftigen hoch komplex und undurchsichtig ist, muss eine gute Beratung gewährleistet sein. Bei dem System der Pflegestützpunkten besteht ganz klar Handlungsbedarf seitens der Landesregierung.

An welchen Stellschrauben sollte in Hessen gedreht werden?

Zuerst einmal geht es darum, eine ausreichende und qualitativ hochwertige Beratung der Pflegebedürftigen sicher zustellen. Diese Beratung könnte ja auch mit Hilfe der Verbände der freien Wohlfahrtspflege erfolgen, dies ist in Hessen derzeit aber im Gesetz nicht vorgesehen. Als Zweites würden wir für die Pflegebedürftigen eine einfache digitale Suche nach Heimplätzen, zum Beispiel gerne per App, in Hessen sehr begrüßen. Hier sei allerdings angemerkt, dass selbst die beste App nichts daran ändert, dass freie stationäre Pflegeplätze weiterhin kaum vorhanden sind. Unsere Einrichtungen haben seit vielen Jahren eine Warteliste, da könnte die App auch nicht helfen.

Das Gespräch führte Peter Schulte-Holtey.

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