Celebi Kural überführt Graffiti-Sprayer

Keine Chance für Schmierereien

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Mittlerweile sind die Schmierereien vom denkmalgeschützten Sheddach auf dem MAN Roland-Gelände entfernt. Graffiti sollten immer sofort zur Anzeige gebracht werden, damit die Beamten des Sachgebiets Sprayer Ermittlungen aufnehmen können und der Schandfleck gereinigt werden kann.

Offenbach - Einige Graffiti sind tatsächlich Kunst, die meisten sind aber unschöne Schmierereien. Meistens sind die Täter nur schwer zu fassen und zu ermitteln. In einem Fall war das anders: Für sein mutiges Eingreifen wurde Celebi Kural nun mit 500 Euro belohnt.

Der Hausmeister erwischte einen Sprayer auf frischer Tat und gab den entscheidenden Hinweis für eine Festnahme. „Den Schmierer nicht davonkommen lassen, das war für mich klar!“, sagt Celebi Kural, der beherzt eingriff, als er sah, wie ein Mann im Offenbacher Rathaus die Ziffern „2 666“ aufmalte. Der Hausmeister aus Offenbach ertappte den mutmaßlichen Schmierfinken und versuchte ihn festzuhalten. Der Ertappte konnte sich zwar befreien, wurde aber aufgrund der Täterbeschreibung des Hausmeisters und durch dessen Fotos, die er mit dem Handy aufgenommen hatte, durch die Polizei identifiziert. Er soll auch noch für zahlreiche Schmierereien dieser Art in der Innenstadt, in Bürgel und Bieber verantwortlich sein.

Celebi Kurals Mut wurde jetzt belohnt: „Ich freue mich, 500 Euro für das vorbildliche Zeugenverhalten überreichen zu dürfen“, sagte Ordnungsdezernent Peter Freier. Möglich wurde die Auszahlung der Belohnung durch die Offenbacher Baugenossenschaft Odenwaldring und der Soka-Bau. Polizeioberrätin Jasmin Brunner erinnerte daran, dass durch Hinschauen und Handeln der Bürger Straftaten vermieden oder aufgeklärt werden können. Dabei ist oft schon eine schnelle Information an die Polizei mit Täterbeschreibung oder einem Foto hilfreich.

Schmierereien und illegale Graffiti sorgen immer wieder für Ärger, besonders bei denen, die diese von der eigenen Fassade mühsam entfernen müssen. Auf gemeinsame Initiative des Ordnungsamtes und dem Sachgebiet Sprayer des Polizeipräsidiums Südosthessen hatten sich bereits 2008 Stadt und Polizei mit dem Offenbacher Kreis der Wohnungswirtschaft im Kampf gegen illegale Sprayer zusammengeschlossen. Gut miteinander vernetzt gehen die Beteiligten gegen Vandalismus und Sachbeschädigungen, insbesondere gegen Graffiti, vor. Schmierereien werden angezeigt und schnellstmöglich beseitigt, Belohnungen werden abwechselnd von im Kreis der Wohnungswirtschaft zusammengeschlossenen Unternehmen gezahlt. Das sind die Baugenossenschaft Odenwaldring eG, die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO), die Gemeinnützige Ketteler Baugenossenschaft, die Nassauische Heimstätte, die Offenbacher Baugenossenschaft und die Soka-Bau.

Freier appelliert an Geschädigte, jedes Graffito unbedingt zur Anzeige zu bringen, damit die Beamten des Sachgebiets Sprayer die Ermittlungen aufnehmen könnten. Denn das, was für die Jugendlichen „Fame“, eben Berühmtheit innerhalb ihrer Gruppe bedeute, helfe den Ermittlungsbehörden.

Living Walls: Graffiti in Offenbach

„Jeder Sprayer hat eine individuelle Handschrift und Bildsprache, anhand derer wir Profile erarbeiten können“, erklärt Polizistin und Sachgebietsleiterin Ursula Elmas. Mit drei Kollegen werden diese sogenannten Tags und Bilder mit den Informationen aus der hessenweiten Datenbank abgeglichen oder Schriftgutachten erstellt. Rund 20 Prozent der Delikte können aufgeklärt werden.

Diese Aufklärungsquote konnte auch bei den Schäden verzeichnet werden, die der Kreis der Wohnungswirtschaft 2017 zur Anzeige brachten. Die von dort gemeldeten Schadensfälle und Schadenssummen sind etwas geringer als im Vorjahr, die Anzeigen sind mit 51 etwas mehr als 2016 (47), aber weniger als 2015 (61).

Celebi Kural (Dritter von rechts) bekam 500 Euro Belohnung, da er Hinweise auf einen Sprayer geben konnte.

„2017 mussten die Stadt und die im Kreis der Wohnungswirtschaft zusammengeschlossenen Unternehmen 26 531 Euro zur Beseitigung aufbringen, geringfügig weniger als im Jahr zuvor“, berichtet Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts. Aktuell bittet Kriminalhauptkommissarin Elmas um weitere Zeugenhinweise zu den Tags „LiL’C Free Eriks“ und „GBS“ sowie Meldungen von Geschädigten zu den aufgemalten Ziffern „2 666“. Hinweise können an jede Polizeidienststelle gemeldet werden oder direkt an die polizeilichen Ermittler vom Sachgebiet Sprayer, Tel.: 06181/9010-133. (pso)

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