Baugenehmigung fürs KWU-Areal

CG-Gruppe investiert rund 300 Millionen Euro

+
Futuristisch muten die Entwürfe der Architekten an: Diverse diverse Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote sollen das Quartier zum lebendigen Wohn- und Arbeitsareal machen.

Offenbach - Autofahrer sollten die westliche Berliner Straße demnächst meiden. Großbaustelle! Während der Umbau des Kreisels schon begonnen hat, nehmen sich Firmen bald das ehemalige KWU-Areal vor. Die Baugenehmigung liegt mittlerweile vor. Von Martin Kuhn 

Und bereits geplant ist das gegenüberliegende Goethe-Quartier. Die beiden KWU-Türme – 19 und 23 Stockwerke hoch – gelten gemeinhin seit Jahren als Schandflecke. Der Bürokomplex, in dem einst Kraftwerke geplant wurden, ist ein „Lost Place“ (sinngemäß: vergessener Ort), der Hobby-Fotografen anzieht. Vielerorts dokumentieren sie illegal den schleichenden Verfall. Damit ist Schluss – zumindest am Kaiserlei. Der bundesweit tätige Projektentwickler CG Gruppe AG (Berlin) hat die Baugenehmigung für die erste Phase des Projekts erhalten. Die Entkernung der früheren Bürotürme der Kraftwerker ist gestartet.

Auf einer Bruttogrundfläche von gut 100.000 Quadratmetern entstehen moderneWohn- und Gewerbeeinheiten. Im weiteren Verlauf wird die Fläche auf rund 120.000 Quadratmeter erweitert. Für 300 Millionen Euro zunächst die bestehenden Hochhäuser (Bauteil A und B), die über einen zweigeschossigen Sockel miteinander verbunden sind, zu einem Wohnkomplex mit 569 Apartments umfunktioniert. Der Projektname dafür: „New Frankfurt Towers“; vermutlich wegen des schönen Blicks mainabwärts.

Um sie herum soll ein komplettes Stadtquartier entstehen: „Vitopia“, mit weiteren 271 Wohneinheiten, verteilt auf drei wohn- und gewerblich genutzte Gebäude mit sechs bis sieben Stockwerken. Ein Hotel und diverse Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote machen das Quartier „zum lebendigen Wohn- und Arbeitsareal“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Soziale Folgeeinrichtungen, ein Schwimmbad und eine Kindertagesstätte runden den Nutzungsmix ab.

Die Planung des Architekturbüros Eike Becker sieht für die öffentliche Flächen eine Mischung aus „Industry-Flair und Vintage-Look vor, die bestens zum speziellen Charme von Offenbach passt und das Projekt in das Stadtgefüge einbindet“. Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe, betont: „Wir schaffen am Kaiserleikreisel ein Projekt in besonderer Qualität, das Maßstäbe setzt und Entlastung bringt im angespannten Frankfurter Immobilienmarkt.“

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach Teil 1

Die lokale FDP sieht das Projekt als „Beleg“ für die gewachsene Attraktivität Offenbachs im Herzen der Rhein-Main-Region. Für die Stadt sei dies die Chance „ihr Tor nach Frankfurt“ attraktiver zu gestalten. An der Schnittstelle zwischen Frankfurt und Offenbach könnte die wohl tiefste und sichtbarste städtebauliche Wunde verschwinden. „Jedenfalls ist beinahe alles besser als der Ist-Zustand“, meint der FDP-Fraktionsvorsitzende Oliver Stirböck.

Die Planungen der CG-Gruppe wirkten gestalterisch und konzeptionell attraktiv wie ambitioniert. „Allerdings halten wir die Luft an, ob das Investitionsvorhaben wie geplant umgesetzt wird und das Vermarktungskonzept so auch funktioniert“, ist der Liberale nicht ganz so euphorisch wie die Projektentwickler, findet aber. „Jedenfalls stecken in den ,Towers’ mehr Chance als Risiko.“ Daher hätten die Freien Demokraten das Vorhaben auch seinerzeit aus der Opposition heraus unterstützt.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare