Christliche Kirchen verurteilen Gründung jüdischer AfD-Gruppe

„Missbrauch der religiösen Botschaft zur Propaganda“

Offenbach - Die Offenbacher Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen kritisiert die geplante Gründung einer jüdischen Gruppe der rechtspopulistischen AfD scharf.

„Wir verurteilen den Missbrauch der religiösen Botschaft zur Propaganda jedweder Art, vor allem wenn sie für Spaltungen in der Bevölkerung eingesetzt wird“, heißt es von Seiten der Arbeitsgemeinschaft.

„In einer Stadt wie Offenbach mit mehr als 150 Nationalitäten, unterschiedlichen christlichen Kirchen, einer lebendigen jüdischen Gemeinde und zahlreichen Moscheen, ist ein Zusammenleben der Religionen als Brücke der Verständigung lange gewachsen und hat sich bewährt.“ Dies wolle man nicht politisch vereinnahmen lassen. „Die christlichen Kirchen wehren sich ausdrücklich gegen die Vereinnahmung religiöser Symbole für einen politischen Wahlkampf“, heißt es in der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft weiter.

Man erhebe Einspruch, wenn Judentum und Islam, Synagoge und Moschee gegeneinander ausgespielt werden sollen. „Die Gründung einer Vereinigung religiös orientierter Menschen zur Ausgrenzung einer anderen Religion verurteilen wir aufs Schärfste.“ Die Vereinigung christlicher Gemeinden in Offenbach lehne jegliche rassistischen Haltungen und Äußerungen ab. „Die Behauptung, für Glaube und Heimat einzutreten, gehört nicht auf Wahlplakate, denn beides gehört allen Menschen.“ Der Glaube solle Verständnis füreinander schaffen. (mei)

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