Corona

Hartes Durchgreifen in Offenbach: „Es gibt keine Verwarnungen mehr!“

Auf einem Schild steht die Aufschrift Stopp. Es ist ein Hinweis zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in einer Fußgängerzone.
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Coronavirus in Deutschland: Schutzmasken gehören in Zeiten von Corona dazu.

Der besorgniserregende Trend in Offenbach geht weiter. Es gibt so viele Corona-Infizierte gleichzeitig, wie nie zuvor. Die Verwaltung will jetzt hart durchgreifen.

  • Das Coronavirus hat Offenbach fest im Griff – Immer mehr Eskalationsstufen werden durch die vielen Neuinfektionen überschritten
  • Die Stadt will jetzt die Zügel anziehen, es soll keine Verwarnungen mehr geben
  • Unnötige Kontakte sollen um 14 Tage verschoben werden

Offenbach – Immer mehr Neuinfektionen in kurzer Zeit: Derzeit sind 65 Offenbacher mit dem Corona-Virus infiziert – so viele zeitgleich wie nie zuvor. Daher zieht die Verwaltung merklich die Zügel an. Wenn sich Restaurants und andere Betriebe etwa nicht an die neuen Hygienevorgaben halten, muss sofort zahlen.

Corona in Offenbach: Besorgniserregende Entwicklung – Neue Corona-Maßnahmen sollen ergriffen werden

Es ist eher selten, dass Zitate in Pressemitteilungen der Stadt mit Ausrufezeichen versehen sind. Das hat sich geändert. Mahnende Worte findet der hauptamtliche Magistrat in den Zeiten, in denen viele die Corona-Pandemie schon für beendet erachtet haben. Von wegen. Jetzt trifft das Virus die Stadt mit doch erheblicher Wucht. Die Hoffnung, SARS-CoV-2, wäre eine eher abstrakter Bedrohung, schwindet sozusahen im Tages-Rhythmus. Das Positive daran: „Wir alle können daran etwas ändern“, formuliert es gestern die vierköpfige Magistrats-Spitze.

Mit großer Sorge reagieren alle Dezernenten, Oberbürgermeister Felix Schwenke, Ordnungsdezernent Peter Freier, Gesundheitsdezernentin Sabine Groß und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß auf die Entwicklung: „Welche Maßnahmen wir ergreifen werden hängt auch davon ab, ob wir alle Infektionsketten nachvollziehen können. Der Magistrat hält an seiner Linie fest, alle Entscheidungen zu treffen, die nötig sind, und das auch ohne jedes Zögern – aber eben auch Augenmaß zu behalten.“

Corona: 7-Tage-Inzidenz in Offenbach so hoch wie nie

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Offenbach so hoch wie nie: Sie liegt mit Stand von Sonntag, 12 Uhr, offiziell bei 33,2. Das bedeutet, dass in den vergangenen sieben Tagen rechnerisch 33,2 Menschen pro 100 000 Einwohner positiv getestet wurden. Würde in der Stadt sogar die Inzidenz- Schwelle von 50 überschritten, sähe die Stufe vier des Eskalationskonzeptes des Landes die umfangreichere erneute Schließung von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben vor.

Felix Schwenke sagte deshalb: „Noch kann jede Offenbacherin und jeder Offenbacher dazu beitragen, das zu verhindern. Deswegen meine eindringliche Bitte an alle: Warten Sie nicht bis zum letzten Tag auf Verbote! Verschieben Sie auch jetzt schon alle Kontakte, die Sie verschieben können um zunächst einmal 14 Tage. Es geht um unsere Gesundheit, es geht aber auch um unsere Arbeitsplätze, Kultur, Gastronomie und Sport.“ Bürgermeister Peter Freier sieht das ebenso: „Zeigen Sie Verantwortung! Unternehmen Sie bitte nur das Notwendigste und meiden Sie Kontakt zu anderen Menschen! Durch das Beachten von ein paar wenigen Regeln kann ein jeder seinen persönlichen wichtigen Beitrag leisten, um die Situation zu entspannen und mögliche Einschränkungen zu vermeiden.“

Corona in Offenbach: Wer bei Kontrollen erwischt wird, muss zahlen

Wie ernst die Lage ist, unterstreicht Sabine Groß: „Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie ist das Virus in Offenbach voll angekommen. Unser Gesundheitsamt muss immer mehr Kontaktpersonen unter Quarantäne stellen. Diese Entwicklung zeigt, wie unberechenbar das Virus ist und wie schnell es sich immer wieder neu verbreiten kann.“

Ordnungsdezernent Peter Freier betonte: „Die schnelle Kontaktverfolgung ist ungemein wichtig, um das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen. Deshalb wird das Gesundheitsamt jetzt von Ordnungsamt und Polizei unterstützt. Bereits am Freitag haben wir neue Kontrollen beschlossen, um sicherzustellen, dass sich Restaurants und andere Betriebe an die Hygienevorgaben halten und Kundenlisten vorhalten. Wer das nicht tut, muss zahlen. Die Strafen liegen je nach Fall bei mehreren tausend Euro. Es gibt keine Verwarnungen mehr!“

Die plötzlich steigenden Zahlen gehen nach Auffassung von Paul-Gerhard Weiß auf die hohe Reisetätigkeit in den Sommerferien zurück. „Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung der Bevölkerung verteilt die Stadt jetzt mehrsprachige Handzettel mit dem Aufruf, sich nach der Rückkehr von einer Reise testen zu lassen. In vielen Sprachen weisen wir darauf hin, dass man sich sofort beim Gesundheitsamt melden und zu Hause bleiben muss, wenn man aus einem Risikogebiet zurückkommt“, so Weiß. Das Problem sei aber nicht, wenn man in den Urlaub fährt. „Das Problem ist, wie man sich im Urlaub verhält!“ (Von Martin Kuhn)

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