Keine Hilfe für Senioren

Zur Corona-Impfung nach Frankfurt: Stadt bietet keinen Fahrdienst zum Impfzentrum an

Zur Corona-Impfung haben viele Menschen eine weite Anfahrt. Ein Fahrdienst zum Impfzentrum in Frankfurt hilft Senioren vielerorts - Offenbach gehört nicht dazu.

  • In Hessen ist erst ein Bruchteil der knapp 30 Impfzentren geöffnet.
  • So lange bieten einige Städte in der Region einen Fahrdienst für Senioren ins Impfzentrum in Frankfurt an.
  • Die Stadt Offenbach verzichtet auf den Service für die Impfung gegen das Coronavirus allerdings.

Offenbach – Neu-Isenburg macht es, Hanau oder Bad Vilbel ebenso und auch das kleine Florstadt: Diese Kommunen organisieren Fahrdienste für Senioren ab 80 Jahren zum nächstgelegenen Impfzentrum. Solange ab 19. Januar nur in sechs hessischen Zentren gegen das Coronavirus geimpft wird, bieten die genannten Städte einen Fahrdienst zum nächstgelegenen Impfzentrum in Frankfurt oder Gießen an.

Senioren in Offenbach gehen aber leider leer aus: „Es gibt keinen Fahrdienst zum Impfzentrum“, heißt es von der Stadt knapp auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach dem Bericht über die Schwierigkeiten, überhaupt einen Termin in einem Impfzentrum zu erhalten, meldeten sich mehrere Leser und fragten, wie denn Senioren, die nicht mehr rüstig seien, zur Impfung in die Frankfurter Festhalle gelangen sollten. „Was, wenn man mit 80 nicht mehr Auto fährt und die Verwandt- und Bekanntschaft sich nicht in den Frankfurter Stadtverkehr traut?“, fragt etwa Leserin Inge Falb-Siemon.

In sechs regionalen Impfzentren - hier Frankfurt - bekommen die Hessen ihren Schutz gegen Corona.

Corona in Offenbach: Kein Fahrdienst für Senioren zum Impfzentrum in Frankfurt

Andere fürchten, dass die Probleme mit und die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr Impfwillige abhalten, die Fahrt zum Impfzentrum nach Frankfurt anzutreten: Denn bekanntlich ist es Glückssache, ob Rolltreppen oder Fahrstühle an den hiesigen S-Bahnhöfen und erst recht den Frankfurter Stationen funktionieren.

Ein Beispiel: Wer etwa am Dienstag um 11 Uhr einen Impftermin hat und von unserer Zeitung in Offenbach aus startet, müsste laut RMV mit dem Bus 101 zum Marktplatz, dort zur S-Bahn-Station laufen, dann an der Konstablerwache die Ebene wechseln, in die U-Bahn- umsteigen und von der Station Messe zum Einlass am Impfzentrum laufen. Knapp 40 Minuten Fahrtzeit sind angegeben, sofern die Verbindung klappt, man die Wege rasch zurücklegen kann und die Rolltreppen funktionieren. Ob Menschen, die nicht mehr rüstig sind und schon länger nicht mehr solche Fahrten unternommen haben, sich diese zutrauen, ist jedoch fraglich. Und eine Taxifahrt aus eigener Tasche zu zahlen, dürfte Senioren mit niedriger Rente überfordern.

Im nahen Hanau hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky dieses Problem erkannt und bekannt gegeben, dass er es nicht hinnehmen will, „dass es Menschen in unserer Stadt zugemutet wird, dass sie wegen beschwerlicher Anreisewege auf eine rasche Impfung verzichten müssen“. Die Stadt Hanau hat daher einen sechsstelligen Betrag für einen Fahrdienst bereitgestellt – wer einen Termin im Impfzentrum hat, kann einen Fahrdienst mit der Stadt vereinbaren. In Bad Vilbel kann über das Seniorenbüro eine Fahrt gebucht werden, in Neu-Isenburg gibt es eine Vereinbarung für ein Impf-Taxi.

Fahrdienst ins Impfzentrum Frankfurt: Keine Einigung zwischen Taxi-Unternehmen und Stadt Offenbach

Die hiesigen Taxi-Unternehmen hatten auch der Stadtverwaltung in Offenbach schon im Dezember angeboten, eine gemeinsame Regelung für einen Fahrdienst zu finden. Zwar hieß es, dass das Angebot mit Interesse aufgenommen worden sei, doch ein Vertrag hat sich daraus nicht ergeben. Die Taxi-Unternehmen hatten vorgeschlagen, mit der Stadt eine Pauschale für die Fahrten zum Impfzentrum zu vereinbaren und auf Rechnung der Stadt zu fahren.

Die Stadt Offenbach verweist in ihrer Antwort darauf, dass in den nächsten über die Anfahrtsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Festhalle Frankfurt informiert werde, sowie über die Parkmöglichkeiten im Parkhaus Skyline Plaza nahe des Eingangs zum Impfzentrum. Ansonsten gelte: „Menschen, die auch sonst Fahrten zum Arzt ersetzt bekommen, können auch dafür bei der Krankenkasse anfragen“. (Frank Sommer)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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