Corona

Strenge Regeln durchsetzen schwierig: Nur drei Corona-Kontrolleure für ganz Offenbach

Kellnerin serviert Gast einen Kaffee.
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Serviert werden darf nur mit Maske wie hier bei der Café-Bar Time an der Waldstraße.

Es gelten strengere Corona-Regeln in Offenbach: Da die Zahl der Neuinfektionen stark angestiegen ist und gleich zweimal kritische Werte erreicht wurden, hat der städtische Krisenstab mehrere Verschärfungen beschlossen.

  • In Offenbach steigen die Corona-Neuinfektionen wieder stark an.
  • Die Stadt beschließt deswegen neue Maßnahmen und Regelungen.
  • Bei der Umsetzung im Stadtgebiet hapert es jedoch.

Offenbach – So müssen entgegen der ursprünglichen Planung bei Sportveranstaltungen die Zuschauer nun doch weiterhin draußen bleiben und die Corona-Maskenpflicht in Offenbach soll strenger kontrolliert werden – wer dagegen verstößt, hat nicht mit einer mündlichen Ermahnung, sondern sofort mit 50 Euro Verwarngeld zu rechnen.

Corona in Offenbach: Bei der Umsetzung der Regeln hapert es

Zumindest auf dem Papier: Denn alle von der Stadt Offenbach erlassenen Regeln setzen voraus, dass diese auch vom Ordnungsamt kontrolliert werden. Und genau dort haperte es: Nach Aussage von Ordnungsamtsleiter Peter Weigand standen am Montag gerade einmal drei Mitarbeiter für den Außendienst zur Verfügung. „Momentan haben wir fünf unbesetzte Stellen“, sagt Weigand.

Der Ordnungsamtschef verspricht aber dennoch, dass „an allen Orten, an denen viele Leute zusammenkommen“, die Corona-Maskenpflicht in Offenbach kontrolliert werde. Sein Amt werde Schwerpunkte setzen, um etwa stark frequentierte Ladengeschäfte zu überprüfen.

Auch in den Bussen in Offenbach werde kontrolliert, allerdings nur, sofern das Ordnungsamt vom Nahverkehr angefordert werde – Leser meldeten, dass jüngst immer mehr Fahrgäste ohne oder mit falsch getragener Mund-Nasen-Bedeckung einsteigen würden. Es gebe immer „mehr Kinn-Atmer, die offenbar zu dumm“ seien, eine Maske richtig zu benutzen, so dass diese statt Mund und Nase nur das Kinn bedecke, schreibt Leser Günther Keusemann. Die Kontrolleure sollten seiner Meinung nach nicht nur die Fahrkarten überprüfen, sondern auch die Einhaltung der Maskenpflicht. Andere Leser monieren, dass diejenigen, die sich nicht an die Maskenpflicht halten, vorzugsweise den hinteren Buseinstieg nutzen würden.

Corona in Offenbach: Viele Menschen tragen die Masken im Bus falsch

Den Stadtwerken sei das Problem bekannt, heißt es auf Nachfrage. Zwar halte sich die Mehrheit der Fahrgäste an die Maskenpflicht, aber selbst unter diesen gebe es noch genügend, die die Bedeckung falsch oder nur teilweise trügen.

Die Busfahrer sollen laut Stadtwerken die Fahrgäste auf die Maskenpflicht hinweisen und sind gehalten, so lange nicht weiterzufahren, bis diese erfüllt wird, der Fahrgast aussteigt, oder die über die Leitstelle gerufene Stadtpolizei vor Ort ist – letzteres sei in den vergangenen Wochen „mehrfach“ vorgekommen.

Verstoß gegen Corona-Maskenpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit

Die Stadtwerke Offenbach weisen darauf hin, dass ein Verstoß gegen die Maskenpflicht eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die mit Verwarngeld geahndet wird. Auch seien die Fahrkartenkontrolleure gehalten, auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hinzuweisen. Allerdings dürfte die Ahndung mehr frommer Wunsch denn Wirklichkeit sein, zieht man die Personalstärke des Ordnungsamtes in die Überlegung mit ein...

Für Verwunderung bei einigen Lesern unserer Zeitung sorgte auch die Ankündigung der Stadt, dass seit gestern „wieder“ in Innenräumen von Gaststätten Maskenpflicht gelte, außer am jeweils zugewiesenen Tisch. Wie die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, war dies zuvor tatsächlich nicht per Landesverordnung festgeschrieben. Seit gestern aber gilt dies nun per Allgemeinverfügung in den Gaststätten: Wer ein Restaurant betritt oder vom Tisch zur Toilette geht, muss in den Innenräumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Corona: Strenge Auflagen in den Krankenhäusern in Offenbach

In den beiden Offenbacher Krankenhäusern, dem Ketteler-Krankenhaus und dem Sana-Klinikum, gelten nach wie vor strenge Zutrittsbeschränkungen. Dr. Jürgen Ries, leitender Oberarzt am Ketteler-Krankenhaus, weist darauf hin, dass bereits Anfang vergangener Woche leichte Lockerungen am bestehenden Besuchsverbot zurückgenommen wurden. Besuche sind nur nach Vereinbarung für Angehörige von Schwerstkranken und Sterbenden gestattet. Anne Stach vom Sana-Klinikum betont, dass im Haus Abstands- und Hygienegebote zu achten seien und nach wie vor nur Eltern von minderjährigen Kindern, Väter, welche die Geburt ihrer Kinder begleiten möchten und Besucher von palliativ versorgten Patienten das Haus betreten dürfen. Das Klinikum beobachte das Infektionsgeschehen in der Stadt und werde gegebenenfalls weitere Einschränkungen beschließen.

Seit Montag wird auch die Nachverfolgung von Infektionsketten durch das Gesundheitsamt intensiviert, in besonderen Fällen kann das Amt die Polizei um Unterstützung bitten, sollten Angaben etwa nicht nachvollziehbar sein. Ein Ereignis, das zum jüngsten Anstieg der Corona-Zahlen in der Stadt beigetragen hat, ist inzwischen bekannt: Wie berichtet, hatten sich mehrere Teilnehmer einer Busreise zur Besichtigung einer Käsefabrik in den Niederlanden mit Covid-19 infiziert. Inzwischen sind sieben verschiedene Gesundheitsämter mit den Auswirkungen der Verköstigungstour beschäftigt. (Frank Sommer)

Der besorgniserregende Corona-Trend in Offenbach geht weiter. Es gibt so viele Infizierte gleichzeitig, wie nie zuvor. Die Verwaltung will jetzt hart durchgreifen.

Alle neuen Entwicklungen zum Coronavirus in Offenbach finden sie in unserem News-Ticker.

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